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Editionen und Digital Humanities

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Projekt zur vollständigen wissenschaftlichen Hybrid-Edition des Tagebuches von Harry Graf Kessler (1868-1937) gedruckt in neun Bänden und als CD-ROM oder DVD.

Harry Graf Kessler (1868-1937) war eine singuläre Erscheinung in einem besonders bewegten Abschnitt der europäischen Zeit- und Kulturgeschichte. Sein Tagebuchwerk (1880-1937) ist eine einzigartige Quelle für die Erforschung der politischen Geschichte, der Kunst-, Kultur- und Literaturgeschichte seiner Zeit. Es ist fortlaufender Zeitbericht und Zeitkommentar, geschrieben von einem unerbittlich scharfen Beobachter, sensiblen Denker und homme de lettre. Die Tagebücher Kesslers sind stilistisch gefestigte Berichte mit literarischem Wert. Sie sind auch aufgrund der außergewöhnlichen Länge von Eintragungs- wie Berichtszeit ein singulärer Typus der Gattung Tagebuch.

Angesichts des starken Interesses von Forschung, Publizistik und Öffentlichkeit an den Tagebüchern des Grafen Kessler wird es höchste Zeit, das Tagebuchwerk insgesamt zugänglich zu machen. Das Tagebuch ist eine einmalige Prosopographie der Berichtszeit (ca. 12.000 Namensnennungen); schon dieses Quellenaspektes wegen muss es vollständig wiedergegeben und aus dem gleichen Grunde wenigstens knapp erläutert werden. Nur als ganzes wird sein Quellenwert wirksam für die Erforschung der politischen Geschichte, der Gesellschaftsgeschichte, der Geschichte von Kunst, Kunstgewerbe, Literatur, Theater und Film. Die Tagebücher sind als Gattung ebenso interessant wie als Quellen- und Nachschlagewerk für vielfältige Forschungen unverzichtbar.

Ein Projekt zur Editionsvorbereitung hat von Frühjahr 1994 bis Ende 1999 die wissenschaftliche Transkription erarbeitet und Arbeitsregister erstellt. Anfang 2000 haben die Editionsarbeiten auf dieser Grundlage begonnen.


Editionsplan

Harry Graf Kessler, Das Tagebuch 1880-1937

Veröffentlichung der Deutschen Schillergesellschaft 50

Hrsg. v. Roland S. Kamzelak und Ulrich Ott. Stuttgart, Klett-Cotta 2004-2009

    Zweiter Band 1892-1897
    Hrsg. v. Günter Riederer und Jörg Schuster
    unter Mitarb. v. Christoph Hilse, 2004

    Dritter Band 1897-1905
    Hrsg. v. Carina Schäfer und Gabriele Biedermann
    unter Mitarb. v. Elea Rüstig und Tina Schumacher, 2004

    Vierter Band 1906-1914
    Hrsg. v. Jörg Schuster
    unter Mitarb. v.  Janna Brechmacher, Christoph Hilse, Angela Reinthal und Günter Riederer, 2005

    Fünfter Band 1914-1916
    Hrsg. v. Günther Riederer und Ulrich Ott
    unter Mitarbeit v. Christoph Hilse und Janna Brechmacher, 2008

    Sechster Band 1916-1918
    Hrsg. v. Günter Riederer
    unter Mitarb. v. Christoph Hilse, 2006

    Siebter Band 1918-1923
    Hrsg. v. Angela Reinthal
    unter Mitarb. v. Janna Brechmacher und Christoph Hilse, 2007

    Achter Band 1923-1926
    Hrsg. v. Angela Reinthal, Günter Riederer und Jörg Schuster
    unter Mitarb. v. Janna Brechmacher, Christoph Hilse und Nadin Weiss, 2009

    Neunter Band 1926-1937
    Hrsg. v. Sabine Gruber und Ulrich Ott
    unter Mitarb. v. Christoph Hilse und Nadin Weiss, 2010

    Der erste Band ist leider nicht finanziert und wird mit sehr bescheidenen Mitteln fortgeführt. Mit dem Erscheinen ist nicht vor Herbst 2015 zu rechnen: Erster Band 1880-1891 / online

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Das Projekt

Herausgeber:

Dr. Roland Kamzelak
Prof. Dr. Ulrich Ott

Projektleiter:

Dr. Roland Kamzelak

Berater:

Dr. Hans-Ulrich Simon
+ Prof. Dr. Bernhard Zeller

Wissenschaftliche Mitarbeiter:

Gabriele Biedermann (2000-7/2001)
Dr. Sabine Gruber (4/2008-12.2009)
Angelika Lochmann (2000-3/2001)
Dr. Angela Reinthal (8/2004-
12/2007)
Dr. Günter Riederer (6/2001-12/2009)
Carina Schäfer (6/2001-12/2003)
Dr. Jörg Schuster (4/2001-12/2007)

Diplom-Bibliothekare:

Janna Brechmacher (8/2002-
1/2008)
Christoph Hilse (4/2000-12/2009)
Elea Rüstig (6/2000-5/2002)
Tina Schumacher (6/2002-4/2003)
Nadin Weiß (5/2008-12/2009)

XML-Entwicklung:

Heinz Werner Kramski

Datenbank-Entwicklung:

Dr. Roland Kamzelak

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Arbeitsprogramm

Angestrebt wird eine Hybrid-Edition als neuer Typus einer wissenschaftlichen Quellen-Edition: Der Text wird in behutsam redigierter Form gedruckt veröffentlicht (9 Bände). Diese Fassung dient als Forschungs- und Leseausgabe.

Vorgesehen sind ausführliche Einleitungen zu den einzelnen Bänden und teilweise erläuterte Register. Stellenkommentare in Form von Fußnoten soll es nur in einzelnen Fällen geben, dort wo es für das Verständnis und ggf. für die Registerbenutzung erforderlich ist, etwa wenn Kessler sich bei Namen irrt oder wenn griechische und lateinische Passagen übersetzt werden müssen. Jeder Band soll ein eigenes Namenregister haben.

Neben der gedruckten Fassung soll eine elektronische Publikation als zusätzliches Hilfsmittel für die Forschung erscheinen, welche die Funktion der Tagebücher als Nachschlagewerk erfüllt. Die geführten Register zu Personen, Werken, Orten, Plätzen, Körperschaften und Zeitungen/Zeitschriften sollen zusammen mit einer geeigneten Suchmaschine auf der CD-ROM die wissenschaftliche Recherche erleichtern. Faksimiles exemplarischer und singulärer Tagebuchseiten sowie der zahlreichen Beilagen ergänzen die elektronische Publikation und machen den Quellencharakter des Tagebuches sichtbar.

In der Form einer Hybrid-Edition können alle Facetten des Tagebuchwerkes Harry Graf Kesslers gezeigt werden. Quellencharakter und Diaristik kommen gleichermaßen zum Tragen.

Da die Veröffentlichung dringend nachgefragt wird, ist es das Ziel des Projektes, den Text zügig zu publizieren. Die Buchausgabe erscheint ab Frühjahr 2004 in einem halbjährlichen Rhythmus. Dem ersten Band liegt eine CD-ROM mit dem Preprint des gesamten Textes des Transkriptionsprojektes in unbearbeiteter Form bei. Mit Erscheinen des letzten Bandes wird der Preprint ersetzt durch die endgültige Forschungsfassung mit Retrievalwerkzeugen und zugehörigen Materialien.

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Arbeitsweise

Der Transkriptionstext (MS Word) wird in XML-Format mit der TEI-Lite DTD konvertiert und mit XMetaL nach festgelegten Editionsrichtlinien bearbeitet. (Eine genaue technische Beschreibung finden Sie hier.)

Das Register des Transkriptionsprojektes (DaReT HGK) wurde übernommen und wird in der MS Access-Datenbank EDDA weitergepflegt.

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Finanzierung

Das Projekt Hybrid-Edition des Tagebuches von Harry Graf Kessler wird maßgeblich gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und durch eine kontinuierliche Unterstützung der Wüstenrot Stiftung bis 2006.

Weiter Fördergeber:
Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung, Mainzer Akademie der Künste

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Kontakt

Deutsches Literaturarchiv Marbach
Kessler-Projekt
Postfach 1162
71666 Marbach a.N.
Telefon +49 7144 848-111
Telefax +49 7144 848-190
E-Mail Kessler-Projekt(at)dla-marbach.de

 

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