Entwicklung

Wissenschaftliche Datenverarbeitung

Anwendungsgebiete Aus der Geschichte

WDV-Details

Anwendungsgebiete

In zwei großen Schüben im Zusammenhang mit dem Erweiterungsbau des Archivs wurde ab 1994 zunächst die allgemeine Netzwerk-Infrastruktur und dann die abteilungsübergreifende Bestandsverwaltung Kallías (»Katalog des Literaturarchivs«) aufgebaut.

In den folgenden Bereichen spielt die elektronische Datenverarbeitung eine große Rolle:

Datei- und Druckdienste

Eine leistungsfähige Netzwerkstruktur bildet die Organisationseinheiten des Hauses ab und stellt den Arbeitsplätzen zentralen Speicherplatz, automatische Datensicherung und leistungsfähige Drucker zur Verfügung. Alle PCs können ohne spezielles Laufwerk auf vielfältige CD-ROMs zugreifen, die ein spezieller Server netzwerkweit für Benutzer und Mitarbeiter anbietet.

Büro-Anwendungen

An allen Arbeitsplätzen wird Microsoft Office für Textverarbeitung und Kalkulationen etc. intensiv genutzt.

Mittelbewirtschaftung

Haushaltsplanung und -bewirtschaftung in der Verwaltung erfolgen mit dem Programm Profiskal der Firma DOGRO.

Kommunikation und Internet

Nahezu alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verfügen über einen PC mit Internet-Anschluss und eine eigene E-Mail-Adresse. Das DLA ist seit 1994 über das Forschungsnetz BelWü (»Baden-Württembergs extended LAN«) und über das WIN (»Wissenschaftsnetz des DFN-Vereins«) an das Internet angebunden. Auch die Benutzer des Archivs können bei einem längeren Aufenthalt eine persönliche E-Mail-Adresse erhalten. Ein umfassender Virenschutz ist unvermeidlicher Teil dieser Dienste wie auch die Bekämpfung von unerwünschter E-Mail-Massenwerbung (»Spam«).

Publikationen

Nahezu alle gedruckten Publikationen des Hauses stützen sich auf ein elektronisches Manuskript. Einige besonders umfangreiche Verzeichnisse wurden und werden darüber hinaus mit TUSTEP (»Tübinger System von Textverarbeitungs-Programmen«) komplett im Hause wissenschaftlich bearbeitet und satzfertig gemacht. Das Verzeichnis der Nachlässe und Sammlungen der Handschriftenabteilung erschien parallel gedruckt wie auch im Internet. Die guten Erfahrungen mit strukturierten Texten werden in XML-basierten Projekten  (»Extensible Markup Language«) weiter ausgebaut. Als Prototyp gilt die Hybridedition des Tagebuches von Harry Graf Kessler, in dem mit Hilfe von XML-Technologien aus einem einheitlichen Datenbestand gedruckte Bücher sowie HTML- und CD-ROM-basierte Publikationen erstellt werden.

Collegienhaus

Zimmerverwaltung und Rechnungsstellung im Collegienhaus stützen sich auf Fidelio der Firma Micros-Fidelio, dem weltweiten Marktführer bei Hotelsystemen.

Web-Server

Rund 106.000 Zugriffe pro Monat auf die Web-Seiten des Hauses (www.dla-marbach.de) zeigen den hohen Stellenwert, den die Online-Präsenz inzwischen für die Öffentlichkeitsarbeit hat. Im November 2005 wurde der Webauftritt neu gestaltet und auf das freie Content-Management-System Typo3 umgestellt. Die Agentur Marketing Factory hat dafür die technische Umsetzung und Unterstütztung geleistet.

Bestandsverwaltung

 

Seit 1999 erfolgt die Erwerbung und Erschließung aller sammelnden Abteilungen mit dem integrierten System Kallías, das gemeinsam mit der Firma a|S|tec aus deren Standard-Bibliothekssystem aDIS/BMS entwickelt wurde. Der Kallías-OPAC (»Online Public Access Catalogue«) verzeichnet rund 450.000 Objekte, so dass die umfangreichen traditionellen Zettelkataloge noch eine wichtige Rolle spielen. Es wurden aber in jüngster Zeit Sonderprojekte für die Retrokonversion beantragt, um Kallías zum zentralen Auskunftsinstrument der Benutzung werden zu lassen. Kallías ist unter der Adresse http://www.dla-marbach.de/opac_kallias über das Internet frei zugänglich. Kallías besitzt technische und inhaltliche Verbindungen zum Südwestdeutschen-Bibliotheksverbund und zur Zentralkartei für Autographen an der Staatsbibliothek zu Berlin, die eine bundesweite Handschriftendatenbank mit dem Namen Kalliope betreibt, die auf der Kallías-Entwicklung beruht.

Vereinsverwaltung

Anlässlich der Jahr-2000-Problematik wurde die Mitgliederverwaltung der Deutschen Schillergesellschaft von einem Dienstleister zurück in Eigenregie übernommen. Das Programm Vewa von Grün Software, das ebenfalls für die Abonnements der Marbacher Schriftenreihen eingesetzt wird, erfordert intensive Betreuung durch den Bereich EDV.

Zeiterfassung

Die Erfassung und Auswertung der Arbeitszeiten erfolgt mit dem Programm ZEUS und speziellen Code-Karten. Alle personalbezogenen Anwendungen sind durch besondere Maßnahmen gesichert und vom übrigen Netz des Hauses getrennt.

Bildverarbeitung

Die Fotostelle der Kunstsammlungen, die teilweise für externe Auftraggeber als Bildarchiv benutzt wird, erstellt und liefert zunehmend digitalisierte Fotos. Neben zahllosen technischen Einzelheiten der optimalen Scanner-Hard- und -Software war vor allem die möglichst rationelle Kopplung zu Kallías eine Herausforderung, da viele Abbildungen auch im Katalog der Bildabteilung genutzt werden können.

Projekte

Für die Beschreibung relevanter Projekte im EDV-Referat gibt es eine eigene Seite.

Retrokonversion

In allen Abteilungen gibt es umfangreiche Zettelkataloge und schriftliche Verzeichnisse, die in die Datenbank Kallías überführt werden müssen, um eine einheitliche Recherche zu ermöglichen. Die Überführung der vielleicht 10 Mio. Katalogkarten wird jedoch nur durch Sonderprogramme möglich sein, die bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft beantragt sind.

Elektronische Texte und Digitalisierung

Literarische elektronische Texte werden zunehmend zu einem Sammlungsgegenstand des Archivs, gleichgültig, ob Datenträger in erworbenen Nachlässen (wie bei Thomas Strittmatter) auftauchen oder exemplarische  Hypertexte im Internet dokumentiert werden sollen. Ihre sachgerechte und langfristige Sicherung und Verfügbarkeit stellen jedoch eine große Herausforderung für ein Archiv dar, da neue Dokumentstrukturen zusammen mit der rasanten Entwicklung von Medienarten, Hardwareumgebungen und Dateiformaten langfristige Einschätzungen sehr erschweren. Gleichzeitig bieten elektronische Editionen neue Möglichkeiten für eine sachgerechte und kostengünstige Präsentation wissenschaftlicher Ergebnisse. Auch die Digitalisierung von Beständen will konzeptionell und technisch bewältigt werden.

Literaturmuseum der Moderne

Mit dem Neubau des Literaturmuseums der Moderne in den Jahren 2004 bis 2006 und der damit verbundenen Medienausstattung erweiterte sich die konzeptionelle und praktische Betreuungsaufgabe der IT- und Medieninfrastruktur um zwei weitere Server, 50 tragbare Tablet-PCs als Museums-Guide, sowie ein damit verbundenes Redaktions- und Publikationssystem, 14 WLAN-Access-Points zur drahtlosen Kommunikation der einzelnen Komponenten, um die AV-Medieninstallation »Stilus« und um weitere spezielle EDV-Systeme, beispielsweise den Landsberger Poesieautomaten von Hans Magnus Enzensberger.

Spezialanwendungen

Zu dem Genannten hinzu treten vielfältige kleinere Spezialanwendungen für Mikroverfilmung, Haustechnik, Schlüsselverwaltung, Audio-Digitalisierung usw.


Aus der Geschichte

  • 1981: Die Verwaltung erwirbt als Gebrauchtgerät die Kienzle Buchungsmaschine Modell 2200 (ca. 100 kg), die mit magnetischen Karteikarten und 8"-Disketten als erster Rechner des Hauses gelten kann.
  • 1985: Die Arbeitsstelle für literarische Zeitschriften erwirbt aus DFG-Mitteln für 7.790,27 DM den ersten PC des Hauses, einen Commodore PC 10 ohne Festplatte.
  • 1993: Als erste CD-ROM wird das Verzeichnis der neuen Postleitzahlen eingesetzt.
  • 1994: Nach schweren Regenfällen ab 4:00 Uhr morgens betritt Herr Meyer, der neue Systemadministrator, die frisch eingerichtete EDV-Zentrale mit Gummistiefeln, da sie, wie auch andere große Teile des Gebäudes, überflutet ist.
  • 1995: Zum 100-jährigen Jubiläum der Deutschen Schillergesellschaft wird der Web-Server "www.dla-marbach.de" in Betrieb genommen.
  • 1999: Die produktive Katalogisierung mit Kallías in der Bibliothek, Handschriften- und Kunstsammlungen beginnt.
  • 2002: Nach zweieinhalb Jahren hausinternen Betriebs wird der verbesserte Kallías-Online-Katalog der Öffentlichkeit im Internet zugänglich gemacht.
  • 2005: Der Webauftritt als "www.dla-marbach.de" wird entsprechend dem neuen "Corporate Design" neu gestaltet und auf das drei Content-Management-System Typo3 umgestellt.