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PM 052/2011
Nachlass von Monika Plessner geht nach Marbach
Marbach, 23. August 2011 —
Der Nachlass der Kunsthistorikerin Monika Plessner wurde dem Deutschen Literaturarchiv übereignet. Zu den Materialien gehören vier New Yorker Tagebücher, ein unveröffentlichtes Typoskript mit Erinnerungen und eine sehr umfangreiche Korrespondenz, inhaltsreiche Briefe von und an u. a. Hellmut Becker, Elisabeth Borchers, Ruth Liepman, Golo Mann, Elisabeth Heisenberg, Hans-Georg Gadamer, Hartmut von Hentig, Max Horkheimer, Alfred Kantorowicz, Lotte Klemperer, Sabine Leibholz (Bonhoeffer), Katia Mann, Carlo Schmid, Albrecht Schöne, George Steiner und Siegfried Unseld. Außerdem gehören zu dem Bestand die Kernsammlung ihrer Bibliothek („Schwarzes Amerika“) und private Fotografien, u. a. Fotos von Ernst Bloch und Victor Klemperer.
Die promovierte Kunsthistorikerin und Kulturwissenschaftlerin Monika Plessner (1913-2008), verheiratet mit dem Philosophen und Soziologen Helmuth Plessner, hat insbesondere zur afroamerikanischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts in Deutschland und in den USA geforscht und publiziert. Außerdem hat sie sich als Übersetzerin wichtiger soziologischer und anthropologischer Werke aus dem Englischen einen Namen gemacht. Monika und Helmuth Plessner verband eine enge Freundschaft mit der Familie Mann, sie unterhielten vielfältige Kontakte zu Intellektuellen ihrer Zeit, u. a. zu Hannah Arendt, Theodor W. Adorno und
Gershom Scholem. Mit dem Nachlass Monika Plessners kommt ein wertvoller Baustein zur Geschichte der Anthropologie und Soziologie, auch zur Geschichte der postkolonialen Literaturwissenschaft nach Marbach – in der bemerkenswerten Nachbarschaft von Norbert Elias. Mit den Briefen von Monika Plessner an ihren Mann werden zudem die bereits in Marbach vorhandenen Bestände mit Helmuth Plessner-Korrespondenz wesentlich ergänzt.

