Pressemitteilungen
2005
PM 29/2001
Marbach, 02. Dezember 2001 —
Einladung zum Marbacher Werkstattgespräch
mit Oskar Roehler über das Buch >Wespen im Schnee<,
dem Briefwechsel zwischen Gisela Elsner und Klaus Roehler
Aus dem Briefwechsel lesen Hannah Puschke und Christian Büsen, Mitglieder des Sprecherensembles der >Akademie für gesprochenes Wort<.
Mittwoch, 5. Dezember, 20 Uhr
Deutsches Literaturarchiv, Humboldt-Saal
Gisela Elsner war ein Enfant terrible der deutschen Literaturszene, als sie 1964 mit ihrem ersten Roman >Die Riesenzwerge< schlagartig berühmt wurde. Zehn Jahre zuvor hatte sie als Siebzehnjährige den Schriftsteller Klaus Roehler kennengelernt. Er verkörperte für sie die ersehnte Welt der antibürgerlichen, selbstbestimmten Bohème. Doch ihre Eltern sind gegen diese Beziehung. Für sie ist Roehler ein »Nichtsnutz«. Unversehens entbrennt eine Auseinandersetzung um das Mädchen, bei der alle Beteiligten zu spät bemerken, wer zwischen den Fronten zerrieben wird: Gisela Elsner wird psychisch immer labiler, sie muß behandelt werden und findet kaum zurück in die Realität. Ihre Briefe dokumentieren eine Liebesgeschichte, die zugleich die Geschichte einer Revolte gegen die Verhältnisse der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft ist und auf einzigartige Weise die seelische Topographie der späteren 68er Generation verstehen läßt. Sie erweitern eindringlich das Lebensbild Gisela Elsners, dem sich auf andere Weise Oskar Roehler, der Sohn Gisela Elsners und Klaus Roehlers, in seinem preisgekrönten Film >Die Unberührbare< (2000, mit Hannelore Elsner in der Titelrolle) genähert hatte.
Der Eintritt ist frei.
