Pressemitteilungen

2005

PM 25/2002

Hermann Hesse - Diesseits des >Glasperlenspiels<

23. Juni bis 27. Oktober 2002

Schiller-Nationalmuseum Marbach am Neckar

Marbach, 17. Juni 2002 —

Im Jahr von Hesses 125. Geburtstag bescheidet sich eine Marbacher Kabinettausstellung mit seinem zuletzt veröffentlichten Roman und zeichnet dessen lange Entstehungsgeschichte nach. Diesseits des zwischen 1931 und 43 entstandenen >Glasperlenspiels< findet sich die Masse dessen, was Hesse vom Schreiben abgehalten, zum Schreiben gezwungen hat: Briefe von zahlreichen Verehrern, die es zu beantworten galt, Nachrichten aus dem nationalsozialistischen Deutschland, zeitraubende Besuche von Fremden wie von Freunden, Geldsorgen, Produktionskrisen. Buchstäblich vom Leib gehalten hat Hesse sich diese Welt mit der Arbeit am >Glasperlenspiel<, ihr Strich für Strich, Wort für Wort mit verblüffend beziehungsreichen Schreibverfahren einen Raum der Imagination entgegengesetz, der außerhalb der historischen Zeit liegt.

Die sichtbaren Seiten dieses Schreibens bestechen durch den liebevoll bescheidenen, sorgsamen Umgang mit Papier, mit Buchstaben, Bildern, Gegenständen überhaupt. Sie sind nun auf der Marbacher Schillerhöhe, wo ein Großteil von Hesses Nachlaß liegt, vier Monate lang für die Öffentlichkeit ausgestellt.

Zur Eröffnung am 23. Juni, 11 Uhr, sprechen im Humboldt-Saal des Deutschen Literaturarchivs Ulrich Ott, Heike Gfrereis und - über Leises Schaudern. Beim Lesen des >Glasperlenspiels< - der Literaturkritiker Lothar Müller.

Zur Ausstellung erscheint das Marbacher Magazin 98/2002: Hermann Hesse. Diesseits des >Glasperlenspiels<. Bearbeitet von Heike Gfrereis, 88 Seiten, 59 Abbildungen. 6 15 Euro.

 

Postkarte von Hesse, verschickt kurz nach dem Abschluß der Arbeit am >Glasperlenspiel<: Margariten (lat. Perlen), das Fruchtbarkeitssymbol der Ähren und eine Schweizer Briefmarke >Zum Durchhalten Altpapier sammeln!<.

Hesse am Schreibtisch, um 1935.

Hesses Glasperlen? Girlande aus Walzglasperlen auf einer Mappe aus Hesses Nachlaß.