Pressemitteilungen
2005
PM 55/2002
Nikolaus Lenau - im 200. Geburtsjahr wiedergelesen
Dreitägiges Symposion auf der Marbacher Schillerhöhe
Marbach, 26. November 2002 —
Nikolaus Lenau, 1802 als Nikolaus Franz Niembsch im ungarischen Csastád geboren, hat es als deutscher Dichter zu einigem Ruhm gebracht. Seine bekanntesten Werke, vielfach eingängig und stimmungsvoll, lassen sich lesen als Zeugnisse einer privat und politisch motivierten Melancholie, den Naturbildern in musikalischer Sprache stehen historische Epen zur Seite. Im Gedächtnis der Nachwelt blieb aber auch das Leben Lenaus: spektakulär-rastlos verbracht zwischen Stuttgart, wo er zum Kreis der Schwäbischen Romantiker gehört, und Wien, wo er sich mit der verheirateten, von ihm leidenschaftlich geliebten Sophie von Löwenthal trifft, 1832-33 sucht er sein Glück vergeblich in Amerika. 1844 erleidet Lenau einen Schlaganfall, zeigt Symptome des Wahnsinns. Von da an dämmert er bis zu seinem Tod mit achtundvierzig Jahren in geschlossenen Heilanstalten in Stuttgart und Wien dahin.
Im Deutschen Literaturarchiv in Marbach beschäftigen sich vom 28. bis zum 30. November zahlreiche renommierte Forscher aus dem In- und Ausland im Rahmen eines Symposions mit Lenaus Werk und Wirkung. Die drei Abendveranstaltungen (jeweils um 20 Uhr) nähern sich der Welt des Dichters aus unterschiedlicher Richtung: Am 28. November spricht Professor Hansgeorg Schmidt-Bergmann über »Nikolaus Lenau - Zwischen Romantik und Moderne«, am 29. November liest der bekannte Lyriker Werner Söllner, geboren 1951 im Banat, aus seinem Werk. Am 30. November zeigen Uta Kutter und Mitglieder der Akademie für gesprochenes Wort im Humboldt-Saal ihre »Lenau-Inszenierung«.
