Pressemitteilungen
2005
PM 6/2003
Klaus Wagenbach führt durch die Marbacher Kafka-Ausstellung
Marbach, 16. Februar 2003 —
Im Marbacher Schiller-Nationalmuseum ist derzeit eine Ausstellung zu sehen, die alles besitzt, um zum Publikumsmagneten zu werden. Denn im Mittelpunkt steht ein weltbekannter, vielfach rätselhafter Autor, der von zwei ausgewiesenen Kennern als Ausstellungsmacher in ironischer Distanz vom Kopf auf die Füße gestellt wird. Kein Wunder also, dass seit der Eröffnung Ende November schon über siebentausend Besucher »>Klaus Wagenbachs und Hans-Gerd Kochs fabelhafte Ausstellung«< (Süddeutsche Zeitung) über Kafkas Fabriken gesehen haben.
Franz Kafka, der berühmteste deutschsprachige Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, ein lärmempfindlicher Familienmensch, ein fitnessbewusster Vegetarier, lebenslustiger Motorradfan und Fahrradfahrer? Kafka als Abiturient und Konfirmand, Fotograf und Tourist, Fabrikbesitzer und Büroangestellter, mit Ohropax, Telefon und Diktiergerät? Mit den Augen des Liebhabers haben der Berliner Verleger Klaus Wagenbach und der Wuppertaler Kafka-Herausgeber Hans-Gerd Koch Spuren der ganz profanen Seiten in Kafkas Leben zusammengetragen. Ab und zu blitzt dabei freilich auch Literatur auf: ein kristallin-vollendetes Wortgeflecht, dass etwas ganz anderes als das Leben und im Grunde selbst wie das Leben ist. Nicht selten, das macht die Ausstellung deutlich, entsprechen gerade die scheinbar unwirklichsten Vorgänge in Kafkas Prosa am ehesten der Wirklichkeit.
Die Ausstellung Kafkas Fabriken ist noch bis zum 16. März in Marbach zu sehen. Danach geht sie nach Berlin und Prag. Am Samstag, den 15. Februar, führt Klaus Wagenbach persönlich durch >seine< Ausstellung. Beginn: 15 Uhr, Museumsfoyer.
Die Führung ist kostenlos, der Eintrittspreis beträgt 3 Euro / ermäßigt 1,50.
