Pressemitteilungen
2005
PM 10/2003
Die Marbacher Erwerbung des Monats
Hinterglasbilder und Exlibris von Reinhold Nägele
Marbach, 27. Februar 2003 —
Kunstfreunde schätzen den Maler und Graphiker Reinhold Nägele wegen seiner Stadtansichten und Landschaftsbilder, lieben seine typisch schwäbischen Motive, die er mit humorvollem und scharfem Blick eingefangen hat, kennen seine traumhaften Szenarien, die seine Kunst den Begrenzungen der Realität entziehen.
Reinhold Nägele, 1884 in Murrhardt geboren, ging bei seinem Vater als Dekorationsmaler in die Lehre und besuchte die Kunstgewerbeschule in Stuttgart. Wichtig für seinen überregionalen künstlerischen Erfolg wurde die Ausstellung seiner Werke 1907 und 1908 bei Paul Cassirer in Berlin. 1923 wurde Nägele Mitbegründer und stellvertretender Leiter der Stuttgarter Secession. 1921 heiratete er die jüdische Ärztin Alice Nördlinger. 1939 emigrierte das Ehepaar Nägele über Paris nach London, schließlich nach New York. Trotz mehrerer verlockender Angebote kehrte der Künstler erst nach dem Tod seiner Frau im Jahre 1963 nach Deutschland zurück, wo er 1972 in Stuttgart starb.
Von Reinhold Nägele zeigt das Schiller-Nationalmuseum vom 1. März bis 10. Mai aus der Sammlung Elisabeth Banzhaf achtzehn Hinterglasbilder und fünf Exlibris, kleine, oft skurrile Radierungen, die als Bucheigner-Zeichen dienten. Elisabeth Banzhaf, eine entfernte Verwandte des Künstlers, hat Nägele nach seiner Remigration in den letzten Lebensjahren betreut und zu intensiver künstlerischer Arbeit angeregt. Ihre Sammlung von 40 Hinterglasbildern aus dieser Zeit übereignete Elisabeth Banzhaf, zusammen mit 32 Exlibris, schon 1979 dem Deutschen Literaturarchiv, dessen erster Direktor nach dem Zweiten Weltkrieg, Erwin Ackerknecht, ein persönlicher Freund Nägeles gewesen war. Nach Elisabeth Banzhafs Tod im Jahr 2001 kam die Sammlung endgültig nach Marbach.
Reinhold Nägele. Hinterglasbilder und Exlibris aus der Sammlung Banzhaf. Schiller-Nationalmuseum, Marbach am Neckar, 1. März bis 10. Mai 2003, täglich 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr. Eintritt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.
