Pressemitteilungen

2005

PM 1/2004

Ernst Augustin liest im Deutschen Literaturarchiv in Marbach

Marbach, 21. Januar 2004 —

Als Adolf Muschg 1989 den Kleist-Preis an Ernst Augustin verlieh, gestand er, dessen Büchern lange aus dem Weg gegangen zu sein, weil sie einfach zu gut sind. Wenn man etwa zur selben Zeit in den Feuilletons darüber klagte, daß es hierzulande keine wirklich guten Erzähler gebe, so hätte der 1927 geborene Romancier und Psychiater aus München den Gegenbeweis liefern können. Eigentlich hatte er ihn schon lange geliefert: Fern ab des Literaturbetriebs hat Ernst Augustin seit 1962 einen ebenso virtuosen wie komischen, einen spielerischen und zugleich tiefgründigen Erzähl-Kosmos geschaffen. Im Herbst 2003 brachte Augustin mit Die Schule der Nackten seinen neunten Roman heraus, der zugleich den Auftakt einer Werkausgabe bildet. Das Buch ist, ja, der vielleicht erste deutsche FKK-Roman – ein furioser Bericht über die (männliche) Scham, ein moralfernes Lehrstück über die Haut und das Alter. Mittwoch, 28. Januar, 20 Uhr
Humboldt-Saal
Der Eintritt ist frei. Vor der Lesung lädt in der Reihe der Führungen >Mittwochs vor acht< Jutta Bendt um 18.30 Uhr zur Besichtigung ihrer Ausstellung >In der inneren Heimat oder nirgends. Isolde Kurz (1853–1944)<. Kurz, Tochter des Schriftstellers und »Weltschwaben« Hermann Kurz und seiner unkonventionellen Frau Marie von Brunnow, floh die schwäbische Enge und wählte den Weg ins Leben »durch die Kunst«. Über dreißig Jahre lebte sie in Florenz, wo sie zur deutschen Kolonie um Arnold Böcklin und Adolf Hildebrand gehörte. Als Lyrikerin und Übersetzerin, vor allem als Novellistin und Biographin war sie bis ins hohe Alter tätig. Die Kabinettausstellung zeigt die konservative, aber ambitioniert-eigenwilligen Schriftstellerin Isolde Kurz im Spiegel ihres Nachlasses.