Pressemitteilungen
2005
PM 17/2004
Marbacher Kostbarkeiten in Berlin: Die Ausstellung »Schiller in Berlin. Mai 1804« wird heute eröffnet
Marbach, 28. April 2004 —
Das Schiller-Nationalmuseum und Deutsche Literaturarchiv in Marbach am Neckar ist vom heutigen Donnerstag, 29. April, bis zum 14. Mai 2004 zu Gast in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin: Mit der Ausstellung »Schiller in Berlin. Mai 1804« erinnert das Literaturarchiv an einen zweiwöchigen Besuch des Dichters in der Hauptstadt und gibt Einblick in die Marbacher Bestände und Sammlungen, die seit dem 19. Jahrhundert kontinuierlich aufgebaut wurden. Die Marbacher Sammlungen stellen eine der umfänglichsten Dokumentationen der Schiller-Rezeption und -Verehrung dar.
In ihrer Konzeption folgt die Ausstellung Schillers Kalendereinträgen in Berlin: In knapper Form notierte der Dichter, wen er wann traf, wo er dinierte, und welche Theater- und Opernaufführungen er besuchte. Die ausgestellten Objekte kommentieren die Aufzeichnungen und ergänzen sie insbesondere dort, wo die Verhandlungen über Schillers Berufung nach Berlin das Thema sind. Ebenso werden Weimar und Berlin um 1800 im Kontrast vorgestellt. Weitere Bild- und Textzeugnisse belegen die Reaktion, die Schillers Tod auf die preußische Hauptstadt hatte. Am Ende stehen Zeugnisse der Schillerverehrung, die in der Einweihung von Begas' Marmordenkmal auf dem Gendarmenmarkt gipfelte. Ein besonders wertvolles Stück, das in Berlin entstand und 1937 aus Schloss Greifenstein, dem Sitz der letzten Nachkommen Schillers aus der Familie von Gleichen-Rußwurm, nach Marbach gelangte, ist eine Vase mit dem Schiller-Porträt aus der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin. Zu Schillers hundertstem Geburtstag 1859 hatte sie die Kronprinzessin Augusta den Nachkommen zum Geschenk gemacht. Mit der Berliner Ausstellung kehrt das wertvolle Einzelstück erstmals an den Ort seiner Entstehung zurück.
Der heute in Marbach gepflegte Teilnachlass von Schiller umfasst 26 Archivkästen mit schriftlichen Materialien sowie eine große Zahl unterschiedlichster Objekte. Die Sammlung wurde 1859 begründet - im selben Jahr, in dem auch das Geburtshaus des Dichters als Gedächtnisstätte eingerichtet wurde. Seitdem wurde in Marbach gezielt zusammengetragen, was sich aus dem schriftlichen und gegenständlichen Nachlass des Dichters erhalten hatte: Handschriften, Gemälde, Skulpturen, Alltagsgegenstände, Bücher und Kleidungsstücke. Die Nachkommen Schillers unterstützten das Unternehmen von Anbeginn. Obwohl sich von Schillers Aufenthalt in Berlin nur wenige Spuren in dem Marbacher Teilnachlass finden, konnten die Wissenschaftler Frank Druffner und Martin Schalhorn aus den im Deutschen Literaturarchiv vorhandenen Materialien eine Objektgruppe zusammenstellen, die dem Besucher eine Vorstellung vom Aufenthalt des Dichters in der Hauptstadt und der späteren Schiller-Verehrung in Berlin vermittelt.
Ausstellungsort und Öffnungszeiten: Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund, Tiergartenstraße 15, 10785 Berlin. Geöffnet Montag bis Donnerstag 9-18 Uhr, Freitag 9-16 Uhr. Am Wochenende geschlossen. Eintritt frei.
Marbacher Magazin 106 zur Ausstellung: Schiller in Berlin oder Das rege Leben einer großen Stadt. Bearbeitet von Michael Bienert. 84 Seiten; mit zahlreichen Abbildungen und einem farbigen Stadtplan von 1804 mit 55 Adressen, zu denen Schiller eine nachweisbare Beziehung hatte. € 7,-. Erhältlich in der Ausstellung, über den Buchhandel (ISBN 3-933679-95-8) und zzgl. Versandkosten bei der Deutschen Schillergesellschaft, Postfach 1162, 71666 Marbach a.N., Fax 07144-848-690.
