Pressemitteilungen
2005
PM 22/2004
Mörike-Nachlass kommt nach Marbach: Teufel sagt Kauf zu
Marbach, 08. Mai 2004 —
Der Nachlass des Dichters Eduard Mörike kommt ins Schiller-Nationalmuseum und Deutsche Literaturarchiv in Marbach am Neckar. Dies sicherte Ministerpräsident Erwin Teufel bei der Eröffnung der Marbacher Jahresausstellung »Mörike und die Künste« dem Direktor des Deutschen Literaturarchivs, Professor Dr. Ulrich Ott, am Samstag zu. Der Nachlass wird Marbach von der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen zum Preis von zwei Millionen Euro überlassen; dort befindet er sich derzeit im Goethe- und Schiller-Archiv. Die Stiftung Weimarer Klassik hatte sich im Frühjahr zum Verkauf des Nachlasses entschlossen, um mit der Summe zur Finanzierung der Gütlichen Einigung mit dem Haus Sachsen-Weimar und Eisenach beizutragen.
Mörikes Nachlass war elf Jahre vor der Eröffnung des Schiller-Nationalmuseums, 1892, von der Witwe des Dichters an das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar verkauft worden. Der jetzige Erwerb wird dem Deutschen Literaturarchiv durch öffentliche und private Mittel möglich gemacht. Direktor Ulrich Ott dankte dem Ministerpräsidenten und betonte, dass die Zusammenführung des Mörike-Nachlasses mit den Marbacher Sammlungen von hoher wissenschaftlicher und kulturhistorischer Bedeutung für die Forschung sei. Nun könne an einem Standort das erforscht werden, was »fachlich und thematisch« zusammen gehöre.
Für Marbach stellt Mörikes Hinterlassenschaft seit jeher einen wichtigen Sammlungsschwerpunkt dar. Schon dem ersten Direktor des Museums, Otto Güntter, war es durch geschickte Erwerbungspolitik (unter anderem durch einen Tausch mit Weimar) gelungen, so viele Autographen, Bildnisse und Erinnerungsstücke zu sammeln, dass das Schiller-Nationalmuseum und später das Deutsche Literaturarchiv zur wichtigsten Stätte der Mörike-Forschung wurde. 1967 richtete das Literaturarchiv das Mörike-Archiv ein, in dem die vom Land Baden-Württemberg in Auftrag gegebene Historisch-kritische Mörike-Ausgabe erarbeitet wird.
