Pressemitteilungen
2005
PM 24/2004
Münchner Piper Verlag stiftet Marbach sein historisches Archiv:
Korrespondenzen dokumentieren 100 Jahre Verlagsgeschichte
Marbach, 17. Mai 2004 —
Der Münchner Piper Verlag stiftet dem Deutschen Literaturarchiv aus Anlass seines 100. Gründungstages am 19. Mai sein historisches Verlagsarchiv. Der Piper Verlag gehört zu den ältesten und traditionsreichsten deutschen Verlagen seit dem 20. Jahrhundert. Die Sammlung bietet neben Dokumenten zur frühen Buchhandels- und Verlagsgeschichte vor allem Materialien über die Durchsetzung der Moderne im Bereich der Bildenden Kunst. In Marbach wird der Bestand nun mit Hilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft erschlossen und der Wissenschaft zugänglich gemacht.
Das Archiv umfasst rund 250 Kästen und enthält vor allem Briefe von den Anfängen des Verlages bis in die Mitte der achtziger Jahre, darunter Schriftstücke von Arno Holz, Marc Chagall und Christian Morgenstern bis zu Karl Jaspers, Hannah Arendt, Ingeborg Bachmann, Marguerite Yourcenar und Iris Murdoch. Die Briefe und Dokumente zu Autoren und ihren Büchern werden durch persönliche Zeugnisse und Manuskripte der Verlegerfamilie Piper und den Nachlass der Dostojewski-Übersetzerin Less Kaerrick ergänzt. Während die frühen Jahre des Verlags vor allem vom Engagement Reinhard Pipers für Bildende Künste, Philosophie und Dichtung geprägt waren, erweiterte sein Sohn Klaus Piper das Spektrum um eine Reihe erfolgreicher Sachbücher, zu denen unter anderem Margarete und Alexander Mitscherlichs Studie »Die Unfähigkeit zu trauern« von 1967 gehörte.
Die Schenkung des Piper-Archivs erweitert die Sammlung von Verlagsarchiven, die im Deutschen Literaturarchiv verwahrt wird. Zu ihr gehören das Archiv des Fischer-Verlags, des Limes-Verlags, des Luchterhand- und des Claassen-Verlags sowie das Geschäftsarchiv der Cottaschen Verlagsbuchhandlung.
