Pressemitteilungen

2005

PM 47/2004

Auseinandersetzung

eines Autors mit Franz Josef Strauß: Deutsches Literaturarchiv

erhält Briefe von Hans Hellmut Kirst

Marbach, 23. August 2004 —

1954 erschien der erste Band der Romantrilogie »08 / 15« unter dem Titel »Die abenteuerliche Revolte des Gefreiten Asch« und machte den Autor Hans Hellmut Kirst (1914-1989) schlagartig berühmt. Die alsbald verfilmte Trilogie, von der Franz Josef Strauß als junger Bundestagsabgeordneter und bald auch als Minister argwöhnte, durch »solche Bücher« werde in der Jugend »eine grundsätzliche Ablehnung des Militärdienstes« geweckt, wurde ein Welterfolg, einer der ersten deutschen Buch- und Kinowelterfolge nach dem Krieg. (Das Drehbuch der Filmfassung schrieb Ernst von Salomon.)

Jetzt hat einer der Freunde und Kriegskameraden Kirsts ein Konvolut von 60 Briefen aus den Jahren 1944-1967 dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar übergeben, das genaue Einblicke in die Entwicklung des Erfolgsautors gewährt. In den Briefen schildert Kirst ausführlich seinen Konflikt mit Strauß und resümiert am 3. Mai 1954 selbstbewusst: »Was ist denn schon ein Minister! Ich habe ein billiges Buch geschrieben, aber von dem wird man immer noch sprechen, wenn schon niemand mehr existiert, der weiß, wer Strauß ist.«