Pressemitteilungen

2005

PM 68/2004

Vor dem Schillerjahr 2005: Ständige Ausstellung »Schiller«

im Nationalmuseum in Marbach am Neckar wird abgebaut

Marbach, 11. November 2004 —


Foto: DLA Marbach

Fast ein Viertel Jahrhundert ist sie alt geworden, unzählige Schülerinnen und Schüler, Studenten, Wissenschaftler und Literaturfreunde haben sie gesehen. Für Volkshochschulen, Touristen und Radfahrer war sie ein beliebtes Ausflugsziel: die Ständige Ausstellung »Schiller« des Schiller-Nationalmuseums und des Deutschen Literaturarchivs in Marbach am Neckar. Am Sonntag, 14. November, 10 bis 18 Uhr, ist die 1980 eröffnete Schau zum letzten Mal zu sehen. Ihr folgt im April 2005, im 200. Todesjahr Friedrich Schillers, die große Marbacher Sonderausstellung »Götterpläne & Mäusegeschäfte. Schiller 1759-1805«, die das gesamte obere Stockwerk des Schiller-Nationalmuseums bespielen wird.

»Schiller« gehörte zu den beliebtesten unter den Ständigen Ausstellungen des Nationalmuseums. Konzipiert und gestaltet hatte sie der langjährige Leiter des Schiller-Nationalmuseums, Friedrich Pfäfflin, der von 1976 bis 2000 die Geschi-cke des Museums lenkte. Ihm stand dabei Eva Dambacher zur Seite, die seit 1973 als Bibliothekarin im Deutschen Literaturarchiv tätig ist.

Im Kern beleuchtete die Schau Schillers Weg vom Selbstverleger hin zum be-gehrten freien Schriftsteller: Der Dichter der »Räuber« wird auf Wunsch des württembergischen Herzogs Carl Eugen zunächst zwar Arzt, doch schon bald gibt er seinen Brotberuf auf und widmet sich ganz der Literatur - zu einer Zeit, als ein solcher Schritt vielen Zeitgenossen noch undenkbar schien. Gleich dreimal grün-dete Schiller eine literarische Zeitschrift, stets entwarf er Theater- und Buchpro-jekte, die sicher stellen sollten, dass er auch in naher Zukunft ein Auskommen haben würde. Die Begegnung mit Johann Friedrich Cotta war für Schiller eine der folgenreichsten seines Lebens: Sie band den Autor langfristig an den Verleger.

In ihrem Aufbau folgte die Ausstellung chronologisch den Lebensstationen des 1759 in Marbach geborenen Dichters, der noch als Kind nach Lorch und Lud-wigsburg umzog und schließlich in die »Staatsdienerschule« Carl Eugens auf der Solitude aufgenommen wurde. Nach den Stationen Mannheim, Bauerbach, Jena, Weimar und Berlin endet die Präsentation mit dem Tod des Autors 1805 in Wei-mar - und damit an jenem Punkt, an dem im April 2005 die Marbacher Son-derausstellung einsetzen wird, um das Schaffen des zwischen »Götterplänen und Mäusegeschäften« zerrissenen Dichters zu beleuchten. Die Dokumente und Le-benszeugnisse, Bücher, Gemälde und Faksimiles der jetzigen Schau werden nach dem 14. November zunächst dorthin gelangen, woher sie Friedrich Pfäfflin 1980 geholt hatte: in die unterirdischen Magazine des Deutschen Literaturarchivs.