Pressemitteilungen
2005
PM 02/2005
Der »Marbacher Kalender« wird zum Programmplakat: Ab
2005 haben die Ankündigungen des Literaturarchivs ein anderes Format
Marbach, 05. Januar 2005 —
Foto: DLA Marbach
Der »Neue« ist größer als der »Alte«, hat kräftigere Farben und überhaupt ein ganz anderes Format. Der »Marbacher Kalender«, das Halbjahresprogramm des Schiller-Nationalmuseums und des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, war bislang ein schmaler Taschenkalender und zeigte im Halbjahresrhythmus die Marbacher Ausstellungen, Vorträge und Autorenlesungen an. Pünktlich zu Jahresbeginn ist das Heftchen von einem »Programmplakat »01-03/2005« abgelöst worden, das von nun an einmal pro Quartal erscheint. Mitgliedern der Deutschen Schillergesellschaft wird das Programm wie bisher zugestellt; Besucher können es im Schiller-Nationalmuseum an der Kasse und im Deutschen Literaturarchiv an der Rezeption vorfinden. Es hängt außerdem in Kultureinrichtungen der Großregion Stuttgart aus.
Gestaltet haben das neue Programmplakat die Grafiker Diethard Keppler und Stefan Schmid, die seit 2001 für das Design der »Marbacher Magazine« verantwortlich zeichnen. In seiner langen Form, mit einem freigestellten Portraitfoto und seinen großen Farbflächen fällt das erste Programmplakat sofort ins Auge. Es lädt zum Betrachten und zur Lektüre ein, schmückt weiße Türen und Wände. Nicht nur Gestalt und Farbe sind neu - auch die Anordnung des Programms auf dem Plakat folgt anderen Gesetzen. An die Stelle der chronologischen Auflistung von Terminen im Taschenkalender tritt die thematische Gruppierung. So sind Vorträge und Gesprächsabende, die aktuelle Ausstellungen in Marbach begleiten, denselben farblich direkt zugeordnet. Eigenständige Autorenlesungen und Buchpremieren hingegen werden - ebenfalls durch die Farbe gekennzeichnet - als eigener Programmbereich sichtbar.
Darüber hinaus hat das Literaturarchiv zwei neue Veranstaltungsreihen geschaffen: In Anlehnung an Andy Warhols »time capsules« (als solche bezeichnete er Pappschachteln, in denen er Dinge für die Nachwelt sammelte), gibt es in Marbach nun die Reihe der »Zeitkapseln«, mit der Wissenschaftler in die Geheimnisse eines Nachlasses einführen. Den Auftakt macht am 23. März Ulrich von Bülow mit der »Zeitkapsel/1«, wenn er Hans-Georg Gadamers »Leipziger Karton« von den Augen des Publikums öffnet. Den Karton hatte Gadamer 1947 verschlossen und nie wieder geöffnet. Sein Nachlass, in dem sich der geheimnisvolle Karton befindet, kam im vergangenen Jahr nach Marbach.
Die zweite Marbacher Reihe stellt nicht die Anfänge, sondern die Ergebnisse der Archivarbeit in den Mittelpunkt. Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Marbacher Institute berichten aus ihren Forschungen, geben Einblick in biographische und historische Zusammenhänge und stellen Autoren mit ihrem Werk vor. Als erster spricht am 2. März der Leiter der Cotta-Archivs, Bernhard Fischer, über »Goethe als Geschäftsmann«: Er stellt den Dichter, seinen Verleger Cotta und das Unternehmen »Nationalliteratur« vor.
Zu Beginn des neuen Jahres wird auch eine Ausstellung im Schiller-Nationalmuseum eröffnet: »Literarische Köpfe. Porträtplastik der Moderne aus der Marbacher Sammlung« heißt die Schau, die der Leiter der Kunstsammlung im Deutschen Literaturarchiv, Michael Davidis, und seine Mitarbeiterin Sabine Fischer konzipiert und realisiert haben (23. Januar-27. März 2005). Die Ausstellung wird von drei Veranstaltungen begleitet: Am 9. Februar spricht der Kunsthistoriker Willibald Sauerländer über den Geniekult und die Schädellehre des Bildhauers David d'Angers; am 17. Februar äußert sich die »Kopfjägerin« Barbara Klemm über die Möglichkeiten und Grenzen der Porträtfotografie, und am 23. Februar reflektiert die Schriftstellerin Brigitte Kronauer über ihre Beziehung zur Bildhauerei und ihr Verhältnis zum eigenen, von Dieter Asmus gemalten Porträt.
Und eine letzte Neuerung: Lesungen, Diskussionen, Vorträge und Gesprächsabende des Deutschen Literaturarchivs sind ab Januar 2005 nicht mehr kostenlos. Literaturfreunde und Besucher zahlen an der Abendkasse 5 Euro; Mitglieder der Deutschen Schillergesellschaft haben, ebenso wie Schüler, Studenten und Rentner, ermäßigten Eintritt (3 Euro). Karten können unter der Nummer 07144-848-0 vorbestellt werden; auch Formulare für die Mitgliedschaft in der Deutschen Schillergesellschaft sind hier zu haben.

