Pressemitteilungen

2005

PM 05/2005

»Der König verneigt sich und tötet«: Herta

Müller liest im Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar aus

ihrem neuen Roman

Marbach, 14. Januar 2005 —

Wie geht es einem Menschen, der Sprache als Instrument der Unterdrückung erfährt? Wie, wenn er Sprache als Möglichkeit des Widerstands und der Selbstbehauptung neu entdeckt? Herta Müller, rumänische Schriftstellerin mit deutscher Muttersprache, hat diesen Fragen ihr Lebenswerk gewidmet. »Der König verneigt sich und tötet« heißt ihr neues Buch, aus dem die Wahlberlinerin am Mittwoch, 19. Januar, 20 Uhr, im Deutschen Literaturarchiv in Marbach vorlesen wird. In ihren autobiographischen und zugleich hochpoetischen Texten verarbeitet die Autorin ihre Kindheit und Jugend unter der Diktatur Ceausescus. Es sind eindrucksvolle Selbsterkundungen, durch die das provinzielle Banat zum Spiegel der Schrecken des 20. Jahrhunderts wird. Müller floh aus ihrer Heimat, um in der Bundesrepublik als freie Schriftstellerin zu arbeiten. Für ihre Werke erhielt sie mehrere Preise, darunter den Kleist-Preis (1994) und den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (2004). Der Eintritt in die Lesung beträgt 5 Euro (ermäßigt: 3 Euro).

Vor der Lesung führt der Marbacher Wissenschaftler Christoph König um 18.30 Uhr durch die Ausstellung »Engführungen. Peter Szondi und die Literatur«, die bis zum 27. März im Schiller-Nationalmuseum zu sehen ist. Der Eintritt in die Ausstellung kostet 5 Euro (ermäßigt: 3 Euro); die Führung, die das Denken und Wirken des 1971 gestorbenen Germanisten und Freundes von Paul Celan anschaulich macht, ist kostenlos.