Pressemitteilungen

2005

PM 15/2005

Die verschwundene Stadt: Jürgen Manthey erinnert im Deutschen

Literaturarchiv in Marbach an den »Geist von Königsberg«

Marbach, 20. Februar 2005 —

Sie war die Heimatstadt Immanuel Kants, prägte Herder, E.T.A. Hoffmann, Heinrich von Kleist und Hannah Arendt. Vor 60 Jahren verschwand die Stadt, in der die moderne Philosophie und Politik Deutschlands erfunden wurden, von der Landkarte. Heute trägt Königsberg, gelegen zwischen Polen und dem Baltikum, den russischen Namen Kaliningrad. Am Montag, 28. Februar, 20 Uhr, erinnert der Literaturkritiker und Essener Professor Jürgen Manthey im Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar an die berühmte Stadt und den legendären »Königsberger Geist«, den Kant für eine Voraussetzung seiner Philosophie hielt. Manthey liest aus seinem neuen Buch »Königsberg. Geschichte einer Weltbürgerrepublik«, das für den Preis der diesjährigen Leipziger Buchmesse nominiert ist. Der Eintritt in die Veranstaltung, die vom Direktor des Deutschen Literaturarchivs, Dr. Ulrich Raulff, moderiert wird, kostet 5,- Euro (ermäßigt: 3,- Euro). Sie ist der erste von drei Abenden, an denen das Deutsche Literaturarchiv das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 60 Jahren und seine Folgen für Land und Literaten thematisiert.

Jürgen Manthey wurde in der Lausitz geboren, arbeitete bei der Zeitschrift »Konkret«, beim Hessischen Rundfunk und als literarischer Cheflektor beim Rowohlt Verlag. 1986 wurde er als Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft mit dem Spezialgebiet »Literaturvermittlung und Medienpraxis« an die Universität Essen berufen. 1997 erschien von ihm das Werk »Die Unsterblichkeit Achills. Vom Ursprung des Erzählens«. Seit seiner Emeritierung arbeitet Manthey als freier Autor und Literaturkritiker in Münster. Der Abend in Marbach findet in Kooperation mit dem Hanser Verlag statt.