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2005

PM 16/2005

Innenausbau des Literaturmuseums der Moderne auf der Schillerhöhe beginnt: Stadt Marbach hat den Rohbau abgenommen

Marbach, 23. Februar 2005 —


Foto: DLA/ Chris Korner

Nur wer sich nähert, sieht es ganz. Fast unscheinbar schmiegt sich das neue Literaturmuseum der Moderne in den Abhang neben dem Schiller-Nationalmuseum in Marbach am Neckar. Und dennoch macht es seit geraumer Zeit auf sich aufmerksam: Im Frühjahr 2004 begannen die Bauarbeiten, im Februar 2005 stand der Rohbau. Jetzt hat das Bauamt der Stadt Marbach das dreistöckige Gebäude mit seinen 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche offiziell abgenommen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, sagt der Leiter der Direktionsabteilung im Deutschen Literaturarchiv, Dr. Roland Kamzelak. Er betreut den Bau, dessen Träger die Deutsche Schillergesellschaft ist, seit dem Wettbewerb im Jahr 2000.

Nicht immer ging es in den vergangenen Monaten auf der Schillerhöhe ruhig zu. Insgesamt hoben die Arbeiter rund 8700 Kubikmeter Erde aus, um für das Literaturmuseum der Moderne und ein neues Magazin unter dem Parkplatz vor dem Schiller-Nationalmuseum Platz zu schaffen - Material, das mindestens 700 Lkw-Ladungen umfasst. Doch da ein Viertel des Erdaushubs wieder eingefüllt werden konnte, verließen nur 525 Lkw voller Erde die Marbacher Baustelle. Seit Mitte April 2004 entsteht nun das Gebäude, für dessen Rohbau insgesamt 3250 Kubikmeter Beton und 440 Tonnen Stahl nötig waren. Rechnete man die rund 14 000 Quadratmeter Betonflächen - Wände, Decken und Böden - auf ein DIN A 4 großes Buch um, so bestünde dieses aus stattlichen 240 000 Seiten, schätzt Roland Kamzelak. Jetzt steht die technische Ausstattung des Gebäudes mit Klimaanlage, Lüftung und Heizung an; der gesamte Innenausbau, die Verkleidung der Wände mit Holz, die Ausgestaltung mit Glas und die Ausstattung der Böden mit Muschelkalkfliesen wird bis Oktober dauern.

Im November ist das zweite Haus für Literaturausstellungen auf der Schillerhöhe nach den jetzigen Planungen schlüsselfertig. Am 6. November, dem Tag der offenen Tür von Schiller-Nationalmuseum und Deutschem Literaturarchiv, wird der Architekt das Haus der Deutschen Schillergesellschaft übergeben. Von diesem Tag an erhalten Besucher für zwei Wochen Einblick in die Architektur eines Gebäudes, das mit seinen Bezügen und Zitaten der Architektur des Schiller-Nationalmuseums selbst zum Kunst- und damit zum Ausstellungsobjekt wird: Der neue Bau nimmt Merkmale des ersten Musems auf, führt sie zurück auf ihre Kernidee und setzt sie unspektakulär, doch beharrlich in Beziehung. Die Struktur der großzügig angelegten Räume im Literaturmuseum der Moderne, die unterschiedlichen Höhen der Decken und Bodenebenen, die Ästhetik der räumlichen Proportionen und die Abstufung der äußeren Terrassen werden für die Besucher zu einem Gesamterlebnis. Die Dauerausstellung schließlich, mit der das Museum im Mai 2006 eröffnet wird, präsentiert in ihren drei Räumen berühmte, kostbare und kuriose Exponate zur Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts aus den Marbacher Sammlungen.