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2005

PM 19/2005

Gabriele Wohmann übergibt ihren Vorlass: Manuskripte und Korrespondenzen kommen ins Deutsche Literaturarchiv nach Marbach

Marbach, 14. März 2005 —


Foto: Mathias Michaelis/DLA Marbach

Gabriele Wohmann, eine der bedeutendsten deutschsprachigen Gegenwartsschriftstellerinnen, übergibt jetzt dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar ihren Vorlass. Er umfasst Manuskripte zu ihren über 100 Buchveröffentlichungen, Tage- und Notizbücher sowie Wohmanns Korrespondenzen mit so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie Kasimir Edschmid, Hubert Fichte, Günter Grass, Peter Härtling, Georg Hensel, Marie Luise Kaschnitz, Helmut Kohl, Karl Krolow, Friederike Mayröcker, Marcel Reich-Ranicki, Frank Thiess und Christa Wolf.

Gabriele Wohmann, die von 1960 bis 1967 an den Tagungen der Gruppe 47 teilnahm, gehört seit ihren ersten Veröffentlichungen in den fünfziger Jahren zu den herausragenden Prosaautorinnen in Deutschland. Viele ihrer Romane, darunter »Ernste Absicht« (1970), »Paulinchen war allein zu Haus« (1970) oder »Frühherbst in Badenweiler« (1978), wurden vom Publikum und der Kritik begeistert aufgenommen. Mit ihren Erzählungen festigte die 1932 geborene Darmstädterin ihren Ruf als eine der großen deutschen Chronistinnen des Privatlebens; sie gehören heute zum Kanon der Schullektüre. Legendär wurde auch Wohmanns 'kalter Blick', wie Kritiker ihren entlarvend-nüchternen Stil nannten.

Wohmann erhielt 1971 den Bremer Literaturpreis, war 1985 Stadtschreiberin in Mainz und 1988 Trägerin des Hessischen Kulturpreises. 1997 wurde ihr das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. Ihren jüngsten Roman »Hol mich einfach ab« veröffentlichte sie 2003 im Piper-Verlag.