Pressemitteilungen
2005
PM 34/2005
60 Jahre Kriegsende oder
»Die letzten Tage«: Deutsches Literaturarchiv Marbach
lädt zu einer langen Lese- und Diskussionsnacht ein
Marbach, 01. Mai 2005 —
Foto: Chris Korner/DLA Marbach
Über »die letzten Tage« des Zweiten Weltkriegs geben die Korrespondenzen zahlreicher Schriftstellerinnen und Schriftsteller des 20. Jahrhunderts beredtes Zeugnis ab. Viele ihrer Briefe sind in den Magazinen des Deutschen Literaturarchivs Marbach aufbewahrt. Mit Lesungen und Gesprächen erinnert das Deutsche Literaturarchiv am Freitag, 6. Mai, 20 Uhr, an die Endphase des Zweiten Weltkriegs vor 60 Jahren. Die Schauspieler Irene Kugler, Elmar Roloff, Jörg Petzold und Felix Kramer vom Staatstheater Stuttgart lesen unveröffentlichte Briefe und Tagebücher der letzten Kriegswochen aus der Marbacher Sammlung.
»Ich schließe, so Gott es will, in den nächsten Wochen ein neues Buch ab. Titel ungefähr »Jenseits vom Jenseits«, schreibt Franz Werfel am 3. Mai 1945 in Beverly Hills. Am selben Tag notiert Erich Kästner in Tirol, dass sein Nachbar »das Führerbild und sein Parteiabzeichen eiligst vernichtet« habe. Ernst Kreuder fristet unterdessen ein jämmerliches Kriegsgefangenen-Dasein am Rhein: »Endlich haben wir Holz! Kaffee gekocht, Rüben gekocht. Regen. Kalter Wind. Schlafen. Sonne nachmittags. Lethargie.«
Über Geschichtsschreibung, Gedächtnispolitik und das literarische Leben in Deutschland seit 1945 sprechen am 6. Mai außerdem der Historiker Christian Meier (München) und der Literaturwissenschaftler Klaus Briegleb (Berlin). Filmausschnitte, in denen Autoren ihre Erinnerungen an »die letzten Tage« erzählen, ergänzen die lange Nacht der Erinnerung.
In Marbach findet die Veranstaltung in Kooperation mit dem Staatstheater Stuttgart statt; der Eintritt kostet 5,- Euro (ermäßigt: 3,- Euro). Dieselben Texte werden am selben Abend im Literaturhaus Berlin vorgetragen.

