Pressemitteilungen
2005
PM 51/2005
Beginn der Vortragsreihe »Der Dichter der Denker« in Marbach:
Manfred Frank spricht über Schiller zwischen Kant und Schelling
Marbach, 13. Juni 2005 —
»Du errätst wohl nicht, was ich jetzt studiere?«, schrieb Schiller im März 1791 an seinen Freund Körner. »Nichts Schlechteres als Kant. Seine Kritik der Urteilskraft, die ich mir selbst angeschafft habe, reißt mich hin durch ihren lichtvollen geistreichen Inhalt und hat mir das größte Verlangen beigebracht, mich nach und nach in seine Philosophie hineinzuarbeiten.« Schiller gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Deutschen Idealismus: Manche halten ihn gar für seinen Erfinder (Safranski). Doch wie intensiv war Schillers Auseinandersetzung mit der Philosophie wirklich - und welche Folgen hatte sein Werk für die Entwicklung des Freiheitsgedankens in Geschichtsphilosophie und Ethik? Diesen Fragen geht im Schillerjahr 2005 das Deutsche Literaturarchiv Marbach mit seiner Vortragsreihe »Der Dichter der Denker« nach. In fünf bis sieben Vorträgen wird Schillers Rolle als Philosoph und Stichwortgeber für den Diskurs der Moderne von prominenten Denkern beleuchtet. Den Anfang macht am Mittwoch, 22. Juni, 20 Uhr, der Tübinger Philosoph Manfred Frank mit seinem Vortrag über »Die Lust am Schönen. Schiller zwischen Kant und Schelling« im Humboldt-Saal. Frank, 1945 in Wuppertal geboren, studierte Philosophie und Germanistik in Heidelberg und Berlin. Zu seinen akademischen Lehrern gehörten Hans-Georg Gadamer, Karl Löwith und Peter Szondi. Nach Arbeiten zur Philosophie der Romantik und über Schleiermacher wurde Frank 1982 Professor an der Universität Genf, 1987 in Tübingen. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen die Bücher »Das Sagbare und das Unsagbare. Studien zur neuesten französischen Hermeneutik und Texttheorie« (1980), »Was ist Neostrukturalismus?« (1983), »Die Unhintergehbarkeit von Individualität« (1986) und »Unendliche Annäherung. Die Anfänge der philosophischen Frühromantik« (1997).

