Pressemitteilungen
2005
PM 65/2005
Hugo von Hofmannsthals besondere Liebe: Das Marbacher
»Spuren«-Heft 72 beleuchtet die Entstehung der Oper
»Ariadne auf Naxos«
Marbach, 03. August 2005 —
Foto: Chris Korner / DLA Marbach
Hugo von Hofmannsthal (1874-1929), der weitgereiste und weltbekannte Wiener Dichter, war nur selten in Stuttgart. Dem Komponisten Richard Strauss (1864-1949) gegenüber bezeichnete er die Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Württemberg gar als das »abgelegenste Nest auf Gottes Erdboden«. Dennoch hat er Stuttgart, gemeinsam mit Richard Strauss und dem Regisseur Max Reinhardt (1873-1943), ein Theaterereignis besonderer Art beschert: Im Kleinen Haus des kurz zuvor eröffneten Littmann-Baus fand am 25. Oktober 1912 die Uraufführung der Oper »Ariadne auf Naxos« statt. Im restlos ausverkauften Haus drängten sich Hochadel und Prominenz aus der ganzen Welt, und in der großen Gala-Loge saß neben dem württembergischen Königspaar der Sohn des deutschen Kaisers.
» '..es ist doch ein Wesen besonderer Art.' Hugo von Hofmannsthals 'Ariadne auf Naxos' in Stuttgart« heißt das 72. »Spuren«-Heft der Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg, in dem sich Joachim Seng mit der Oper und ihrer Uraufführung in der schwäbischen Metropole beschäftigt.
Doch gewinnt nicht nur die ›Ariadne‹-Oper auf einer Stuttgarter Bühne Gestalt - vielmehr geht auch die Entstehung des Librettos auf Ereignisse in Schwaben zurück. Am Anfang steht ein heimliches Treffen Hugo von Hofmannsthals mit der jungen Ottonie Gräfin Degenfeld-Schonburg (1882-1970) im Januar 1911 und eine gemeinsame Bahnfahrt von Stuttgart nach Erfurt. Auf 16 Seiten beschreibt Seng die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen dem Dichter und der Gräfin und zeigt deren Bedeutung für die ›Ariadne‹-Oper. In einem vierfarbigen Leporello wird außerdem, anhand der von Ernst Stern gezeichneten Bühnendekoration und der Figurinen, etwas vom Glanz dieser denkwürdigen Stuttgarter Uraufführung aus dem Jahre 1912 deutlich.
Joachim Seng, geboren 1966 in Frankfurt am Main, studierte Germanistik, Politologie und Volkswirtschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt, bevor er 1998 mit einer Arbeit über Paul Celan promoviert wurde. Seit 1997 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Freien Deutschen Hochstift/Frankfurter Goethe-Museum, wo er auch das Hofmannsthal-Archiv betreute. Seng publizierte unter anderem zu Ernst Beutler, Paul Celan, Hermann Hesse, Hugo von Hofmannsthal und zur Geschichte des Freien Deutschen Hochstifts.
Joachim Seng:
»'... es ist doch ein Wesen besonderer Art.' Hugo von Hofmannsthals 'Ariadne auf Naxos' und Stuttgart.« SPUREN 72
16 Seiten, 18 Abbildungen, eine Beilage. Geheftet. Umschlag aus Pergamin, € 4,50. ISBN 3-937384-10-3
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