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2005

PM 76/2005

»Schiller

- der Dichter der Denker«: Die Marbacher philosophische Reihe

über den Klassiker wird mit vier Vorträgen fortgesetzt 

Marbach, 20. September 2005 —


Foto: Mathias Michaelis / DLA Marbach

Von der Moderne zur Klassik ist es nur ein Sprung - vor allem auf der Marbacher Schillerhöhe. Auch im letzten Quartal des Schillerjahres 2005 steht der Dichter und Denker Friedrich Schiller wieder im Mittelpunkt. Von September bis November setzt das Deutsche Literaturarchiv Marbach unter anderem seine philosophische Vortragsreihe »Schiller - der Dichter der Denker« fort, in der sie den Dichter Schiller aus einer anderen, der philosophischen Perspektive beleuchtet. Der Zyklus aus sechs Vorträgen arbeitet den Kantkenner und -leser heraus, den idealistischen Schriftsteller, der mit der griechischen Philosophie ebenso vertraut war wie mit dem christlichen Diskurs über Verantwortung und Schuld. Die Reihe wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Nach den Referaten von Manfred Frank (Tübingen) und Volker Gerhardt (Berlin) setzt am Mittwoch, 28. September, 20 Uhr, der Medientheoretiker und Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin Friedrich Kittler die Reihe mit einem Beitrag über Schillers Bezug zur griechischen Philosophie und Literatur fort. »Schiller und die Gabe des Griechenlandes« lautet der Titel seines Vortrags, in dem Kittler auf seine intensive Auseinandersetzung mit Schillers Dramen rekurriert; diese Auseinandersetzung hatte bereits 1991 mit dem Essay »Dichter-Mutter-Kind« begonnen. Eine Woche später, am 4. Oktober, 20 Uhr, denkt die Berliner Philosophieprofessorin Sybille Krämer unter dem Titel »Die Verspielten« über Schiller und die ältesten Probleme der Philosophie nach: Freiheit, Ordnung und Spiel. Am darauffolgenden Dienstag, 11. Oktober, 20 Uhr, analysiert der weltweit renommierte Kenner der Philosophie des Mittelalters und Bochumer Professor Kurt Flasch den Geschichtsbegriff des Dichters. »Über den Anfang der Geschichte« lautet der Titel seines Vortrags, in dem Flasch Spuren von Adam und Eva über die Philosophen des Ersten Weltkriegs zurück zum Paradies verfolgt. Ihren Abschluss findet die philosophische Reihe am Mittwoch, 30. November, 20 Uhr, wenn der Stuttgarter Philosoph und Kant-Preisträger 2004, Dieter Henrich, den Denker Schiller im Spannungsfeld der Jenaer Philosophie des 18. Jahrhunderts beleuchtet.

Karten für die Vorträge kosten 5,- Euro. Mitglieder der Deutschen Schillergesellschaft haben, ebenso wie Schüler, Studenten und Rentner, ermäßigten Eintritt (3 Euro).

Weitere Informationen: www.schiller-weimar-marbach.de