Pressemitteilungen

2005

PM 74/2005

Programmherbst

in Marbach: Das Schillerjahr geht zu Ende

Marbach, 21. September 2005 —


Foto: DLA Marbach

Mit einem umfangreichen Programm zu Friedrich Schiller und zum fertig gestellten Gebäude des Literaturmuseums der Moderne geht das Deutsche Literaturarchiv Marbach in seinen Programmwinter. Am 6. November, 11 Uhr, wird das neue Museum von seinem Architekten David Chipperfield offiziell übergeben. Gleichzeitig wird das Deutsche Literaturarchiv in diesem Herbst 50 Jahre alt.

Dunkles Rot und helles Beige - in diesen Farben werden die beiden Schwerpunkte des Marbacher Programmherbstes auf dem Plakat angekündigt. Das rote Rechteck fasst die Veranstaltungen rund um die Moderne: Sie kreisen um das neue Gebäude auf der Schillerhöhe, das Literaturmuseum der Moderne. Zwar bedarf es für die Feierstunde der Übergabe des Literaturmuseums an die Deutsche Schillergesellschaft durch den Architekten David Chipperfield am 6. November einer Einladung, doch öffnet sich das »LiMo«, wie das neue Museum schon jetzt genannt wird, ab 13 Uhr zum Tag der offenen Tür für alle Besucher, Literaturfreunde und Mitglieder der Deutschen Schillergesellschaft. Zum Vorschein kommen die neuen Räume, und es wird sich zeigen, ob Architekten, wie es in Flauberts »Wörterbuch der Allgemeinplätze« steht, immer die Treppe vergessen. Der Tag der offenen Tür bietet Erwachsenen und Kindern Führungen durch das LiMo mit den Architekten und Museumspädagogen des Hauses. Im Archiv erfahren die Besucher etwas über die Arbeit des 50 Jahre alten Geburtstagskindes, und im Schiller-Nationalmuseum können sie beim Aufbau der neuen Schiller-Ausstellung aus Weimar hinter die Kulissen schauen. Zum Abschluss des Tages beleuchtet um 19 Uhr der Kunsthistoriker Walter Grasskamp das Phänomen des (Literatur-)Museums in seinem Vortrag »Sonderbare Museumsbesuche. Ein literarisches Panoptikum«; um 20.30 Uhr spricht der Philosoph Odo Marquard über Schiller und Martin Heidegger. Sein vorläufiges Ende findet das Programm zur Gebäudeübergabe des Literaturmuseums der Moderne am 20. November, 11 Uhr, mit der Ballett-Uraufführung »Tanzen in Kästen« (Choreographie: Marco Goecke, Staatstheater Stuttgart) und einem Podiumsgespräch über »Schein oder Sein? Architektur für Literatur«, an dem der Architekturtheoretiker Werner Oechslin, der Literaturwissenschaftler Norbert Miller und der Vorsitzende der Wettbewerbsjury 2001, Peter Conradi, teilnehmen. 

Von der Moderne zur Klassik ist es nur ein Sprung - vor allem auf der Schillerhöhe. Beige ist die Farbe der Klassik auf dem Programmplakat: Im letzten Programmquartal steht der Dichter und Denker Schiller erneut im Mittelpunkt. Mit der Finissage der großen Ausstellung »Götterpläne & Mäusegeschäfte. Schiller 1759-1805« am 9. Oktober, der Eröffnung der Ausstellung »Die Wahrheit hält Gericht - Schillers Helden heute« am 12. November aus Weimar setzt Marbach noch einmal Akzente. Vier Vorträge der Marbacher philosophischen Reihe »Schiller - Der Dichter der Denker«, eine prominent besetzte Autorentagung in November, eine Uraufführung und zwei Konzerte begleiten außerdem die beiden Ausstellungen. Die Schillerrede hält im Schillerjahr 2005 Altbundespräsident Richard von Weizsäcker am 12. November, 15 Uhr, in der Stadthalle.

Außerdem stehen zahlreiche Einzelveranstaltungen im Kalender des Deutschen Literaturarchivs, darunter ein LeseConcert mit Schiller-Vertonungen von Johann Friedrich Reichardt mit Friedrich Fischer-Dieskau am 29. Oktober, die Uraufführung der »Fantaisie dramatique Phèdre/Phädra« von Simone Rist am 18. Oktober und die vierte »Zeitkapsel« am 6. Dezember, bei der sich Harry Walter mit dem Nachlass von Max Bense beschäftigt. Auch an den 22. Baden-Württembergischen Literaturtagen beteiligt sich das Deutsche Literaturarchiv: Im Humboldt-Saal finden Lesungen mit Durs Grünbein, Peter Rühmkorf und den drei baden-württembergischen Schriftstellern Anna Katharina Hahn, Karl-Heinz Ott und Hanns-Josef Ortheil statt.

Literaturfreunde zahlen für alle Veranstaltungen an der Abendkasse 5,- Euro, Mitglieder der Deutschen Schillergesellschaft haben, ebenso wie Schüler, Studenten und Rentner, ermäßigten Eintritt (3 Euro). Karten für die Uraufführung von Simone Rists »Phèdre/Phädra«, einer Kooperation mit dem Förderverein Deutsch-Französischer Kultur, kosten 12,-/8,- Euro. Der Eintritt in die LeseConcerte, einer Kooperation mit der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie, beträgt 10,-/8,- Euro.