Pressemitteilungen
2005
PM 72/2005
»Über die Flüsse«: Georges-Arthur Goldschmidt liest am Dienstag im Deutschen Literaturarchiv Marbach aus seiner Autobiographie
Marbach, 14. September 2005 —
Ein literarischer Grenzgänger, der das Leben und Schreiben in zwei Ländern und Sprachen in eine eigene poetische Landschaft verwandelt hat: Das ist der deutsch-französische Schriftsteller, Essayist und Übersetzer Georges-Arthur Goldschmidt. Am Dienstag, 20. September, 20 Uhr, liest der Autor im Deutschen Literaturarchiv Marbach aus seiner Autobiographie »Über die Flüsse«. Die Lesung wird moderiert von Jan Bürger; der Eintritt beträgt 5,- Euro (ermäßigt 3,- Euro).
Goldschmidts Autobiographie ist nicht nur eine eindringliche Schilderung der eigenen Kindheit und Jugend sowie seines späteren künstlerischen Werdegangs, sondern zugleich Familienchronik und Geschichte des Hamburger Judentums. Der 1928 in Reinbek bei Hamburg geborene Autor floh aufgrund seiner jüdischen Herkunft 1938 nach Frankreich, wuchs in einem katholischen Internat auf und machte Bekanntschaft mit den dort üblichen rigorosen Erziehungs- und Züchtigungsmaßnahmen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs begann er sein Germanistikstudium in Paris, wo er bis heute lebt. Goldschmidt ist seit 1949 französischer Staatsbürger, war nach dem Studium zunächst als Gymnasiallehrer für deutsche Sprache tätig und wurde vor allem durch seine Übersetzungen von Goethe, Nietzsche, Kafka und Handke ins Französische bekannt.
Sein Erfolg als Schriftsteller begann 1982 mit dem Roman »Der Spiegeltag« und setzte sich fort mit »Ein Garten in Deutschland« (1988) und der Erzählung »Die Absonderung« (1991), dem ersten in seiner Muttersprache entstandenen Werk. Berühmt ist auch sein brillanter Essay »Als Freud das Meer sah« (1999). »Über die Flüsse« erschien 1999 in französischer Sprache und wurde 2001 von Goldschmidt selbst ins Deutsche übersetzt. Der Autor, der 1999 mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet wurde, erhielt in diesem Jahr den höchstdotierten deutschen Literaturpreis, den Joseph-Breitbach-Preis.
