Pressemitteilungen
2006
PM 02/2006
Das Marbacher Programm 2006 steht unter dem Jahresthema »Zeigen«
Marbach, 05. Januar 2006 —
Das Programm des Deutschen Literaturarchivs Marbach steht von 2006 an unter einem jährlich wechselnden Thema, das zwischen Denken und Schreiben, Wissen und Poesie, der Literatur und anderen Künsten eine Brücke schlägt. Es zieht sich als roter Faden durch die Ausstellungen auf der Marbacher Schillerhöhe und prägt die literaturvermittelnden und wissenschaftlichen Veranstaltungen des Deutschen Literaturarchivs: In Lesungen und Vorträgen, Gesprächen, langen Museumsnächten, Kollegs und Tagungen, Kinder- und Schulworkshops wird das Thema diskutiert und auf die Probe gestellt.
Mit der Eröffnung des Literaturmuseums der Moderne und dem Zuwachs von 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche liegt das erste Jahresthema auf der Hand: Zeigen. Was enthält und was zeigt ein Archiv? Was zeigt die Literatur, und wie zeigt sie es? Kann sie und soll Literatur überhaupt selbst gezeigt werden? Wie zeigen andere Künste: Musik und Tanz, die bildende Kunst, Fotografie und Film? Lässt sich durch das Zeigen von Dingen eines Archivs die Fähigkeit schulen, ästhetisch zu lesen und zu denken?
Diese und viele andere Fragen rund um das Zeigen stehen 2006 im Mittelpunkt. Die Schillerhöhe mit ihren unterschiedlichen Räumen und Orten ist das Labor, an dem wir mit den Gegenständen, Mitteln und Funktionen des Zeigens unter verschiedenen Bedingungen experimentieren, neue Veranstaltungstypen erproben und unsere eigene Rolle als literaturvermittelnde Institution, als Literatur-Zeige-Ort definieren und reflektieren.
Auch die Ausstellungen und Veranstaltungen der kommenden Jahre konzentrieren sich weniger als früher auf Autoren und deren Leben. Sie stellen die Literatur selbst in den Mittelpunkt: die Entstehung von bekannten Texten, ästhetische Konstrukte, Erfahrungen und Denkweisen der Kulturgeschichte, poetische Formen und Formeln, in denen Ideen und Inhalte überliefert werden. Die nächsten Jahresthemen gelten ebenfalls sinnlich-anthropologischen und zugleich ästhetisch-philosophischen Begriffen: dem Ordnen, Verstecken, Feiern, Schneiden, Zerreißen, Auslöschen, Anfangen und Enden.
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