Pressemitteilungen
2006
PM 05/2006
Mehr als 5.900 Menschen besichtigten die Architektur des Literaturmuseums der Moderne in Marbach – Am 6. Juni wird die Dauerausstellung eröffnet
Marbach, 16. Januar 2006 —
Aus welchem Land kommt das Tropenholz Ipé? Warum sind die Ausstellungsräume des Literaturmuseums der Moderne damit verkleidet? Was verbirgt sich unter den schmalen Leisten auf dem Fußboden der Ausstellungsräume? Wieviel Licht darf einfallen, um die empfindlichen Exponate nicht zu schädigen? Diese und viele andere Fragen stellten die rund 5.900 Besucher, die sich seit der Übergabe des leeren Gebäudes durch den Architekten David Chipperfield am Montag, 9. Januar, bis zur langen freien LiMo-Matinee am gestrigen Sonntag, 15. Januar, in Marbach am Neckar eingefunden hatten.
Allein am Sonntag, dem letzten Besuchertag im leeren »LiMo«, zählten die Mitarbeiter 2.079 Gäste. Am Samstag fanden mehr als 1.100 Menschen den Weg nach Marbach, rund 200 von ihnen verfolgten die letzte Architekturführung um 12 Uhr. An den insgesamt neun Führungen, die Mitarbeiter des Deutschen Literaturarchivs Marbach und des Berliner Büros von David Chipperfield Architects von Montag bis Samstag angeboten hatten, nahmen im Schnitt 120 Menschen pro Rundgang teil.
Nicht nur Literatur- und Architekturfreunde, auch Ballett-Fans und Familien hatte die »lange freie LiMo-Matinee« gestern in das neue Gebäude auf der Schil-lerhöhe gelockt. Gegen 11.30 Uhr brachte ein voll besetzter Shuttle-Bus knapp 50 Besucher von Stuttgart nach Marbach zur Ballett-Uraufführung »Tanzen in Kästen« (Choreographie: Marco Goecke). Der Andrang war so groß, dass die Solisten des Stuttgarter Balletts ihre Vorstellung im großen Saal der künftigen Dauerausstellung gleich zweimal in Folge aufführen mussten.
Voll besetzt war auch der große Wechselausstellungsraum, als der Architekturtheoretiker Werner Oechslin und der Literaturwissenschaftler Nobert Miller mit dem Architekten Peter Conradi darüber diskutierten, wie Architektur für Literaturausstellungen aussehen könnte. Am Nachmittag hörten rund 200 Menschen dem Schriftsteller Wilhelm Genazino und dem Komponisten Wolfgang Rihm zu, als sie laut über die Frage »Zeigen oder nicht?« nachdachten: Sind die unanschaulichen Künste Musik und Literatur in einem Museum darstellbar? Deutlich wurde dabei vor allem eines: Eine einfache Antwort gibt es nicht.

