Pressemitteilungen
2006
PM 13/2006
Carl Schmitt und Gretha von Jeinsen: Ingeborg Villinger spricht in Marbach über den Briefwechsel zwischen dem Staatsrechtler und Ernst Jüngers Frau
Marbach, 07. März 2006 —
Sie korrespondierten 20 Jahre lang miteinander und waren Vertraute: Gretha von Jeinsen, Ernst Jüngers erste Frau, und der Staatsrechtler Carl Schmitt (1888-1985). Über den noch unedierten Briefwechsel spricht am Freitag, 10. März, 20 Uhr, die Freiburger Wissenschaftlerin Ingeborg Villinger im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Der Eintritt in den Vortrag, der im Rahmen einer Tagung über Carl Schmitt stattfindet, ist frei. Es moderiert der Direktor des Deutschen Literaturarchivs, Professor Dr. Ulrich Raulff.
1925 heiratete Gretha von Jeinsen den Schriftsteller Ernst Jünger, der sich selbst »der Gebieter« nannte und sie das ergebene Weib »Perpetua«. Er betraute sie mit der Organisation der häuslichen Welt; eigene schriftstellerische Ambitionen gab von Jeinsen bald auf, um ihre Energie dem Werk ihres Mannes zu widmen. In ihrer Ehe erlebte sie Höhen und Tiefen, und vor allem der Zweite Weltkrieg wurde zur schlimmen Probe. Noch 1960, an Gretas Totenbett, erwies sich der Ehemann Jünger als unfähig zu einer menschlichen Regung.
Gretha von Jeinsens 61 Briefe und 15 Postkarten aus den Jahren 1934 bis 1954 im Nachlass von Carl Schmitt dokumentieren den intensiven Gedankenaustausch der beiden Freunde. In Marbach vermittelt Ingeborg Villinger, die sich seit mehr als 18 Jahren mit Schmitts geistiger Hinterlassenschaft beschäftigt, einen Einblick in die Korrespondenz. Villinger, Politikwissenschaftlerin, Germanistin und Kom-paratistin, erschloss und bearbeitete von 1988 bis 1991 den Nachlass von Carl Schmitt am Hauptstaatsarchiv Düsseldorf und wurde 1994 mit der Schrift »Carl Schmitts Kulturkritik der Moderne« promoviert. Seit 2000 lehrt sie als Professorin für Wissenschaftliche Politik in Freiburg.
