Pressemitteilungen
2006
PM 14/2006
Friedrich Schiller schreibt an Carl Philipp Conz: Dem Deutschen Literaturarchiv Marbach ist ein unbekannter Brief des Dichters aus dem Jahr 1794 übergeben worden
Marbach, 07. März 2006 —
Ein bisher unbekannter Brief von Friedrich Schiller aus dem Jahr 1794 ist jetzt als Leihgabe an das Deutsche Literaturarchiv Marbach übergeben worden. Der Brief ist vermutlich an Carl Philipp Conz (1762-1827) gerichtet, mit dem Schiller als Kind in Lorch gespielt haben soll; 1781 und 1793/94 traf er ihn in Stuttgart und Ludwigsburg wieder. Conz, der nach dem Theologiestudium Repetent im Tübinger Stift, später Prediger an der Stuttgarter Karlsschule und Diakon in Vaihingen an der Enz geworden war, hatte seinerseits Schiller 1792 in Jena besucht und einen losen brieflichen Kontakt gehalten.
In seinem Brief von 1794 fordert Schiller den Freund zur Mitarbeit an der »Thalia« oder vielmehr an dem geplanten »Musenalmanach« auf – jenem Unternehmen, dem die deutsche Literaturgeschichte den Xenien-Streit oder den Balladen-Almanach von 1798 verdankt, in dem wohl die meisten der bekannten Balladen Goethes und Schillers versammelt sind. In der Tat beteiligte sich Conz am Musenalmanach mit einigen Gedichten.
Neben diesem Brief, der dem Deutschen Literaturarchiv als Depositum von einer Privatperson übergeben worden ist, hat Marbach im vergangenen Schillerjahr 2005 auch zwei Briefe des Dichters an Johann Gottfried Körner erworben, Schillers lebenslangen Freund und wohl wichtigsten Korrespondenzpartner.

