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2006
PM 18/2006
Spielende Kinder im Scherenschnitt: Das Deutsche Literaturarchiv Marbach erhält ein kostbares Werk der Künstlerin Luise Duttenhofer (1776-1829)
Marbach, 22. März 2006 —
Aus altem Familienbesitz ist dem Deutschen Literaturarchiv Marbach ein kostbares Werk von Luise Duttenhofer (1776-1829), der wohl bedeutendsten Scherenschneiderin ihrer Zeit, als Geschenk übergeben worden. Das 26 x 26 Zentimeter große Blatt zeigt in einem kreisrunden Mittelfeld drei spielende Kinder, darunter eine Vorfahrin des Stifters, auf einem perspektivisch angelegten Boden. Die Darstellung ist von einem dekorativen Rahmen aus ornamentalen, floralen und figürlichen Elementen umgeben.
Im Unterschied zu allen bisher bekannten Arbeiten der Künstlerin ist das Werk – auf der Rückseite – signiert und datiert: »Louise Duttenhofer geb. Hummel: fec: 1813.« Motiv- und Formenrepertoire sind charakteristisch für die Kunst und die Gesellschaftswelt Württembergs im Klassizismus. Außergewöhnlich ist der Erhaltungszustand: Nicht nur die Montierung der Einzelelemente auf zwei verschiedenfarbigen Trägerpapieren ist original, auch das Deckglas und die schlichte, schwarze Holzleiste sind noch die ursprünglichen.
Weite Teile von Luise Duttenhofers Lebenswerk sind schon 1911 und 1933 als Schenkung ihrer Nachkommen nach Marbach gelangt. Die Sammlung besteht aus über 350 Blättern mit Portraits, Arabesken, Pflanzen- und Tierdarstellungen, Motiven aus der antiken und christlichen Mythologie, Szenen aus dem Alltagsleben und Illustrationen literarischer Werke. 1989 kamen, als Dauerleihgabe des Landes Baden-Württemberg, weitere 45 Schnitte dazu. Dieser Bestand, der zu den größten Schätzen der Marbacher Kunstsammlungen zählt, erfährt durch den jüngsten Neuzugang eine wesentliche Bereicherung.
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