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2006

PM 26/2006

Sigmund Freud und Arno Schmidt: Thomas Anz und Jan Philipp Reemtsma fragen in Marbach nach der Rolle der Psychoanalyse für die Literatur

Marbach, 13. April 2006 —

Vor 150 Jahren wurde Sigmund Freud geboren. Mit seiner »Traumdeutung« (1900) und seiner Theorie vom Es, Ich und Über-Ich (1923-30) hat er die Autoren der klassischen Moderne fasziniert, provoziert und beeinflusst. Doch nicht nur zeitgenössische Autoren, auch nachgeborene Schriftsteller wie Arno Schmidt gehörten zu Freuds intensiven Lesern. Im Deutschen Literaturarchiv Marbach, wo derzeit die Sonderausstellung »Arno Schmidt? – Allerdings!« zu sehen ist, führt  am Freitag, 21. April, ein Themenabend in Freuds Bedeutung für die literarische Moderne und Arno Schmidts Lektüre ein. »Sigmund Freud, die literarische Moderne und Arno Schmidt« heißt denn auch der erste von drei langen Schmidt-Abenden, die Marbachs Ausstellung thematisch begleiten.

Den Auftakt macht um 18.30 Uhr der Marburger Literaturwissenschaftler Thomas Anz: In seinem Vortrag »Beschreibungen eines Kampfes« reflektiert er die vielfältigen Beziehungen zwischen Psychoanalyse und moderner Literatur, die sich sowohl in semantischer als auch ästhetischer Hinsicht feststellen lassen. Thomas Anz, Professor für neuere deutsche Literatur am Institut für neuere deut-sche Literatur und Medien der Universität Marburg, leitete von 1995 bis 2000 ein Forschungsprojekt zum Thema »Psychoanalyse in der literarischen Moderne«.

Im Anschluss spricht um 20.15 Uhr Jan Philipp Reemtsma über »Freuds Spuren in Arno Schmidts Werk«. Sie reichen von der (Be-)Deutung menschlicher Sexualität hin zu einer an Freud geschulten, mit Sprache spielenden Etym-Theorie. In der Marbacher Ausstellung, die von der Arno Schmidt-Stiftung ermöglicht wurde, ist Schmidts Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse eine ganze Abteilung gewidmet. Reemtsma ist Professor für neuere deutsche Literatur an der Universität Hamburg, Essayist sowie Kunstmäzen und steht außerdem der Arno Schmidt-Stiftung und dem Hamburger Instituts für Sozialforschung vor.

Der Eintritt in beide Vorträge beträgt 5,- (ermäßigt 3,- Euro). In den Pausen werden Getränke und ein Imbiss sowie Führungen durch die Arno Schmidt-Ausstellung angeboten; eine Führung kostet inklusive Eintritt 5,- /3,- Euro.