Pressemitteilungen
2006
PM 40/2006
Die erste zentrale Plattform im Internet für das literarische Leben geht online: Staatsminister Bernd Neumann schaltet heute das »Literaturportal« frei
Marbach, 12. Juni 2006 —
Das literarische Leben in Deutschland steht vor einer Premiere: Am Donnerstag, 15. Juni, geht das erste Literaturportal für den gesamten deutschen Sprachraum online: www.literaturportal.de. Erdacht und errichtet wurde die Seite vom Deutschen Literaturarchiv Marbach. Enge Kooperationspartner sind das Goethe-Institut, die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, die Deutsche Bibliothek, die Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften (ALG) in Berlin, das Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk sowie der Kulturkurier. Das Literaturportal steht unter der Schirmherrschaft des Staatsministers für Kultur und Medien Bernd Neumann, der die Verwirklichung der Seite gefördert hat.
Das »Literaturportal« ist ein einzigartiger Service für die Welt der Lesenden. Literaturinteressierte können sich über Autorenlesungen und Veranstaltungen in ganz Deutschland informieren, 500 Kurzbiografien wichtiger deutschsprachiger Autorinnen und Autoren abrufen und Ausschnitte aus rund 30 Autorenlesungen online hören. Alle Termine, die im »Literaturportal« erscheinen, werden anschließend archiviert; auf diese Weise entsteht rückblickend ein umfassendes Bild des literarischen Lebens in Deutschland. Informationen über Literaturförderung und eine umfangreiche Verlinkung auf andere literarische Institutionen und Projekte runden das Angebot ab.
Das »Literaturportal« geht auf eine Idee des Deutschen Literaturarchivs Marbach zurück. Nach dem Erfolg der bundesweiten, von Marbach aus betreuten Seite zum Schillerjahr 2005 (www.schillerjahr2005.de) soll der Fokus nun auf die Literatur der Gegenwart gerichtet werden. Marbach verwirklicht dieses Ziel, indem es Texte und Bilder aus dem Archiv, Hörproben von Autorinnen und Autoren des 20. und 21. Jahrhunderts sowie Veranstaltungstermine auf die Seite einstellt. Zugleich dient das Literaturportal als Dach, unter dem sich die verschiedensten literarischen Institutionen und Verlage in Deutschland vernetzen sollen.
Als eine »Litfaßsäule mit Gedächtnis« bezeichnet der Direktor des Deutschen Literaturarchivs, Professor Dr. Ulrich Raulff, das Literaturportal. Von einem Literaturarchiv betrieben, verstehe sich das Portal nicht nur als ein Panorama der literarischen Gegenwart, sondern auch der Vergangenheit: Es speichere Termine, Namen und Ereignisse auch für eine literarische Geschichtsschreibung. Diese Gedächtnisfunktion steht den Nutzern der Seite von August an zur Verfügung.
Dr. Hans-Georg Knopp, Generalsekretär des Goethe-Instituts, sieht in der Seite ein »wichtiges Instrument der Literaturförderung und -vermittlung« für die internationale Kultur- und Informationsarbeit seines Instituts: »Wir werden uns dafür engagieren, dass sich das Portal international zu einer der wichtigen Informationsplattformen der deutschen Literatur entwickelt. Es ergänzt hervorragend die unterschiedlichen Initiativen des Goethe-Instituts weltweit, die deutsche Literatur im Ausland noch erfolgreicher zu machen, als sie vielfach schon ist.«
Auch Dr. Elisabeth Niggemann, Generaldirektorin Der Deutschen Bibliothek freut sich über das neue Portal: »Mit den thematischen und geografischen Sucheinstiegen ermöglicht es einen gezielten Überblick für Literaturinteressierte. Es verspricht aber auch spannende Zufallsfunde und Glückstreffer und wird viele Begegnungen zwischen Lesern, Zuhörern, Texten, Autoren und Vortragenden ermöglichen. Wir sind mit unserem Veranstaltungsangebot gerne dabei.«
Unterstützt werden das Deutsche Literaturarchiv Marbach und seine Kooperationspartner von der Berliner Firma »data.kulturlink.ag« (Kulturkurier), die ihre Technik im Rahmen eines Public Private Partnership (PPP) und eines Sachsponsorings für den kalendarischen Teil der Seite zur Verfügung stellt. Das Deutschlandradio stellt Hörproben von Autorenlesungen zur Verfügung.
Mit der Freischaltung des »Literaturportals« sind von heute an alle literarischen Institutionen und Verlage aufgerufen, ihre Termine in das Kalendarium der Seite einzuspielen. Dies ist gegen eine geringe Gebühr von zehn Euro im Monat möglich. Von dieser Option machen schon zum Start des Literaturportals einige große Verlage Gebrauch, darunter Suhrkamp, S. Fischer, C.H. Beck und Ullstein. Die selbst eingetragenen Termine werden neben dem Literaturportal auch auf einer Reihe anderer Kulturkalender aufgespielt, beispielsweise auf den Internetseiten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, des Deutschlandradio, von Arte und der Zeitschrift Brigitte. Damit ist eine größtmögliche Verbreitung der literarischen Termine gewährleistet.
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