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2006

PM 64/2006

»Karl Jaspers: Das Buch Hannah«: Ausstellungseröffnung im Literaturmuseum der Moderne in Marbach mit Vorträgen

Marbach, 20. September 2006 —

»Dein Eichmann-Buch lese ich ständig weiter. Es ist großartig für mich«, schreibt Karl Jaspers am 2. November 1963 an Hannah Arendt. Kurz darauf beginnt Jaspers, seinen eigenen Text zu schreiben: ein Buch über Hannah Arendt und ihren Denkstil. Das geplante Werk über die Schülerin und Freundin bleibt unvollendet, die Manuskripte und Materialsammlungen werden im Deutschen Literaturarchiv Marbach aufbewahrt. Nun werden sie erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Am Donnerstag, den 28. September, wird die Ausstellung »Karl Jaspers: Das Buch Hannah« eröffnet.

Aus diesem Anlass wird um 18 Uhr der New Yorker Ideenhistoriker Richard Wolin, dessen Buch über Hannah Arendt, Karl Löwith, Hans Jonas und Herbert Marcuse 2001 unter dem Titel »Heidegger's Children« erschien, einen öffentlichen Vortrag halten. Er berichtet »Aus der Schule Heideggers: Hannah Arendt, Hans Jonas und Karl Löwith«. Im Anschluss an Wolin wird der Basler Philosoph Hans Saner, langjähriger persönlicher Assistent von Jaspers, zu dessen Hannah-Projekt sprechen. Giandomenico Bonanni führt sodann in die Ausstellung »Karl Jaspers: Das Buch Hannah« ein. Diese Veranstaltungen finden im Humboldtsaal des Deutschen Literaturarchivs statt und sind kostenfrei.

Anschließend kann die Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne besucht werden. Es werden Getränke gereicht.

Hannah Arendt (links) mit Karl Jaspers und Gastgeberin Lotte Walz in St. Moritz, Sommer 1952. Foto: DLA Marbach