Pressemitteilungen
2006
PM 71/2006
Briefe von Thomas Mann und Stefan George: Der Kiechlinsbergener Nachlass von Karl Wolfskehl ist im Deutschen Literaturarchiv Marbach
Marbach, 09. Oktober 2006 —
Lange bevor Karl Wolfskehl (1869-1948), aktives Mitglied des Kreises um Stefan George, 1933 in die Schweiz, dann nach Italien und 1938 nach Neuseeland emigrierte, kaufte er seiner Frau und den beiden Töchtern 1919 das Schlößchen Kiechlinsbergen bei Freiburg im Breisgau. Er selbst blieb in München, um nach dem inflationsbedingten Verlust seines Erbes sein Geld als Journalist zu verdienen.
Bereits seit den siebziger Jahren wird ein Teilnachlass Karl Wolfskehls aus den Jahren des Exils in Marbach aufbewahrt. Nun ist auch der so genannte Kiechlinsbergener Nachlass als Stiftung der Nachkommen zu einem festen Teil des Marbacher Wolfskehl-Bestandes geworden. Er umfasst die Jahre von etwa 1890 bis 1933. Zu ihm gehören bedeutende Briefe, unter anderem von Guillaume Apollinaire, Hans Carossa, Stefan George, Thomas Mann und Albert Schweitzer. Auch Lebenszeugnisse (etwa aus Wolfskehls Schulzeit), ein Poesiealbum und eigenhändige Verse und Gedichtentwürfe befinden sich in dem bisher als Depositum in Marbach aufbewahrten, nun aber um unbekannte Papiere aus Schloss Kiechlinsbergen ergänzten Bestand.
Die Teile des Kiechlinsberger Nachlasses werden nun in den bereits vorhandenen Bestand eingearbeitet, wodurch sich Lücken in der Korrespondenz ebenso wie in der Chronologie der Handschriften schließen. Bemühungen, die sich seit den sechziger Jahren auf die Erwerbung dieses Teils des Wolfskehl-Nachlasses richteten, konnten in diesem Jahr erfolgreich zu Ende geführt werden.
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