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2006

PM 73/2006

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach stellt eine Neuerscheinung vor: »Ernst Cassirer«, eine Biographie von Thomas Meyer

Marbach, 11. Oktober 2006 —

Die Bücher des großen Kulturphilosophen Ernst Cassirer sind alle ein »Versuch über den Menschen«, der erst im symbolischen Denken über sich selbst hinauswächst. Der Philosoph Thomas Meyer hat nun das Leben Cassirers selbst zum Gegenstand einer umfassenden Biographie gemacht. Sie erscheint in der von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius herausgegebenen Reihe »Hamburger Köpfe« im Ellert & Richter Verlag.

»Er war einer der wenigen in unserer Generation, die einem helfen, so etwas wie den Glauben an die Menschen aufrecht zu erhalten. Ein klarer sauberer Geist und ein abgeklärter verständnisvoller Mensch wie selten einer zuvor ... Seine Werke werden immer wieder denen Erleuchtung bringen, denen die allgemeinen Probleme der Erkenntnis am Herzen liegen ...« – so urteilte Albert Einstein über Cassirer, der 1874 in Breslau geboren wurde und 1945 in Princeton/USA starb. Als Erkenntnistheoretiker lehrte er von 1919 bis 1933 als Professor der Philosophie an der neu gegründeten Universität Hamburg, an der er 1929/30 als einer der wenigen jüdischen Rektoren einer deutschen Hochschule tätig war. Sein Hauptwerk »Philosophie der symbolischen Formen« entstand zwischen 1923 und 1929. 1933 emigrierte Cassirer mit seiner Familie nach England, 1935 zog er als Professor ins schwedische Göteborg. 1941 erfolgte die Übersiedlung in die USA. Dort erschienen 1946 postum seine sozialphilosophischen Reflexionen über den Nationalsozialismus: »The Myth of State«.

Am Donnerstag, den 19. Oktober um 20 Uhr wird Thomas Meyer seine Cassirer-Biographie in Marbach vorstellen. Den Abend im Humboldt-Saal moderiert Ulrich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs. Der Eintritt kostet 5,-, ermäßigt 3,- Euro.

In Kooperation mit der ZEIT-Stiftung.