Pressemitteilungen
2006
PM 93/2006
Nachlass und Vorlass: Die Berliner Materialien von Günter Eich und der Vorlass von Ilse Aichinger sind nun im Deutschen Literaturarchiv Marbach angelangt
Marbach, 15. Dezember 2006 —
Schon in den 1980er-Jahren konnte das Deutsche Literaturarchiv Marbach einen wichtigen Teil des Nachlasses von Günter Eich (1907-1972) erwerben. In diesem Jahr gelang es, weitere Materialien von der Familie zu übernehmen. Ihr Umfang ist beträchtlich: Aus der Korrespondenz, die Namen wie Benn, Böll, Celan, Domin, Heidegger, Jünger und Kaschnitz aufweist, ragen die Konvolute von Ingeborg Bachmann (etwa zwanzig lange Briefe) und Nelly Sachs (handschriftliche Briefe mit Gedichten) heraus. Das Herzstück der Korrespondenz ist zweifellos der Briefwechsel zwischen Günter Eich und Ilse Aichinger, etwa 300 inhaltsreiche Briefe.
Aus dem Besitz der heute in Wien lebenden Ilse Aichinger gelangten als Vorlass Manuskripte, Typoskripte, Durchschlage und Entwürfe nach Marbach. Unkonventionelle Zettel, Fetzen und aus anderen Zusammenhängen herausgerissene Schriftträger entpuppen sich bei näherem Hinsehen als wertvolle Quellen für das literarische Schaffen der Autorin. Interessant ist Aichingers Korrespondenz mit den Eltern aus den frühen 1940er-Jahren und mit der rechtzeitig nach England emigrierten Schwester: Hier entfaltet sich der autobiografische Hintergrund von Ilse Aichingers Roman »Die größere Hoffnung«.
Zum 100. Geburtstag von Günter Eich veranstaltet das Deutsche Literaturarchiv Marbach am Donnerstag, 1. Februar 2007, 9 bis 18 Uhr, die Tagung »Eichs Metamorphosen«. Sie stellt die Lyrik des Dichters und Hörspielautors neu zur Diskussion. Es referieren unter anderem Jörg Döring, Carsten Dutt, Bernhard Fischer, Helmuth Kiesel und Dirk von Petersdorff. Anmeldungen zur Tagung sind unter der E-Mail-Adresse: wollg(at)dla-marbach.de möglich.

