Pressemitteilungen
2006
PM 91/2006
Günter Schöllkopf – »Komplize der Literatur«: Der druckgrafische Nachlass des Stuttgarter Künstlers ist in der Obhut des Deutschen Literaturarchivs Marbach
Marbach, 11. Dezember 2006 —
Die Kunstsammlungen des Deutschen Literaturarchivs Marbach sind um den druckgrafischen Nachlass des Stuttgarter Künstlers Günter Schöllkopf (1935-1979) reicher. Die Schwester des Malers und Grafikers, Heidrun Schöllkopf-Schober, hat dem Archiv den gesamten druckgrafischen Nachlass ihres Bruders – 350 Radierungen und Lithographien sowie 70 Skizzen- und Tagebücher – als Depositum übergeben. Eine kleine Auswahl von Bildern und Dokumenten des Nachlasses ist bis zum 8. Januar 2007 im Eingangsbereich des Marbacher Archivgebäudes zu sehen.
Schöllkopf war Schüler von Karl Rössing an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste und lebte, abgesehen von wenigen Auslandsaufenthalten, in seiner Heimatstadt Stuttgart. 1965 hielt er sich als Stipendiat in der Villa Massimo in Rom auf und erlebte dort »ein Jahr des vollkommenen künstlerischen Glücks«, das unter anderem aus seinem »Römischen Zyklus« spricht. 1977 unternahm er mit dem Bildhauer Otto Herbert Hajek eine Reise nach Australien. Einem 1979 geplanten Aufenthalt in Paris als Stipendiat der Cité Internationale des Arts kam sein früher Tod zuvor.
Zeit seines Lebens hatte Schöllkopf eine enge Beziehung zur Literatur, so dass er, wie er selbst einmal schrieb, die meisten seiner Radierungen und Zeichnungen als »zyklische Interpretationen zu großen Themen abendländischer Literatur« gestaltete. Besonders verbunden fühlte er sich seinem »alter ego« Heinrich Heine. Sein umfangreichster Zyklus ist James Joyce gewidmet, und sein spätes Werk lässt eine starke Affinität zu Thomas Mann erkennen.

