Pressemitteilungen
2007
PM 001/2007
Jahresauftakt im Deutschen Literaturarchiv Marbach: 2007 stehen die Lesungen, Gespräche, Vorträge und Ausstellungen unter dem Thema »Ordnen«
Marbach, 07. Januar 2007 —
Dichten ist ein Spiel mit den schicksalhaften Ordnungen des Lebens. 2007 hat sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach das Jahresthema »Ordnen« gegeben. In Ausstellungen, Veranstaltungen und Tagungen zeigen Archiv und Museum die unterschiedlichsten Arten und Funktionen literarischer Ordnung und stellen sie in ein Spannungsfeld aus privaten, künstlerischen, wissenschaftlichen und staatlichen Ordnungssystemen.
»WortSpielZeug« heißt eine Ausstellung der Sammlung Würth, die vom 25. März bis 6. Mai 2007 achtzehn neue Objekte von Hans Magnus Enzensberger im Literaturmuseum der Moderne (LiMo) zeigt. Die Ausstellung wird von einem Marbacher Magazin begleitet und war vorher im Museum Würth in Schwäbisch Hall zu sehen. Hans Magnus Enzensberger eröffnet die Ausstellung am Sonntag, 25. März, 11 Uhr. Auch der kleinste Raum der Dauerausstellung im LiMo, fluxus, wird von einem prominenten Kurator neu bespielt: Der Schriftsteller und Astrophysiker Ulrich Woelk erinnert am Donnerstag, 15. Februar, 19 Uhr, an das 50-jährige Jubiläum des Satelliten Sputnik. In seiner kleinen Ausstellung zeigt Woelk, wie sich die mobile Himmelskugel in den Quellen des Archivs niedergeschlagen hat.
Mit der Ordnung der Literatur beschäftigt sich im Frühjahr 2007 auch eine Tagung im Literaturarchiv: Sie erinnert am Donnerstag, 1. Februar, 9 bis 18 Uhr, an den 100. Geburtstag des Lyrikers Günter Eich. Unter dem Titel »Eichs Metamorphosen« stellen Helmuth Kiesel (Heidelberg), Dirk von Petersdorff (Saarbrücken), Jörg Döring (Siegen), Carsten Dutt und Bernhard Fischer (Marbach) die Werke des Lyrikers neu zur Diskussion und fragen nach den poetischen Strukturen seiner Texte. Am Abend des 1. Februar, 20 Uhr, öffnet der stellvertretende Leiter der Marbacher Handschriftenabteilung, Dr. Jan Bürger, die neunte Marbacher Zeitkapsel: Mit »Inventur. Eichs Hinterlassenschaften« gibt er Einblick in die Briefe und Aufzeichnungen des Lyrikers, die seit 2005 vollständig in Marbach liegen und jetzt zum ersten Mal gesichtet werden.
Über »Walliser Himmel, Pariser Ruhm: Rilke als französischer Dichter und europäisches Ereignis« spricht am Dienstag, 13. Februar, 20 Uhr, der Rilke-Kenner Bernhard Böschenstein im Literaturarchiv und verfolgt dessen Weg von Prag über München nach Paris und ins Wallis. Sein Vortrag wird vom Heidelberger Domin-Quartett begleitet, das Kompositionen von Antonín Dvorak und Claude Debussy spielt. Am Donnerstag, 29. März, 20 Uhr, liest Ingo Schulze aus seinen jüngsten Erzählungen »Handy – Dreizehn Geschichten in alter Manier«. In ihnen sucht er nach alten Formen für jene Dramen, die sich zwischen den Friseurläden Manhattans und ostdeutschen Datschen entspinnen.
Länger als zunächst geplant (28. Januar 2007) ist im Schiller-Nationalmuseum außerdem die große Sonderausstellung »In der Geisterfalle. Ein deutsches Pantheon: Fotos aus dem Archiv aus drei Jahrhunderten« zu sehen. Die Ausstellung, die über 500 Fotografien von Dichtern und Denkern in 14 ausgewählten Kapiteln zeigt, bleibt bis zum 18. März 2007 geöffnet. Die letzten Ausstellungstage werden von zwei besonderen Abenden begleitet: Am Freitag, 16. März, 19 Uhr, lüftet Sean Rainbird, der neue Direktor der Stuttgarter Staatsgalerie, das Geheimnis der kleinen Schachteln, die sich in den 14 Ausstellungsräumen befinden, und denkt laut über jene Geschichten nach, die sie verbergen könnten. Am Samstag, 17. März, ab 19 Uhr, nehmen die Marbacher Museen erstmals an der »Langen Nacht der Museen« in der Region Stuttgart teil. Es werden Führungen sowohl durch die Ausstellungen im Literaturmuseum der Moderne als auch, zum letzten Mal, durch die »Geisterfalle«-Ausstellung angeboten.
Bereits am Donnerstag, 11. Januar, ab 19 Uhr, setzen sich der Fotografietheoretiker Bernd Stiegler und der Kunsthistoriker Michael Diers mit der Marbacher Fotografie-Ausstellung auseinander. Stiegler spricht um 19 Uhr über »Schriftsteller und ihre Fotografien. Diers widmet sich um 20.30 Uhr der »Idee, Form und Geschichte des Dichter- und Gelehrtenporträts«. Die Ausstellung ist an diesem Abend bis 22 Uhr geöffnet.
Formulare für eine Mitgliedschaft in der Deutschen Schillergesellschaft sind unter Telefon 07144-848-0 zu erfragen, Führungen in den Museen können unter der Nummer 07144-848-616 gebucht werden.

