Pressemitteilungen
2007
PM 024/2007
Fachtagung zum Thema Erschließung in Marbach: Uwe Jochum, Konstanz, spricht über »Die Ordnung der Bibliothek – vom Kosmos zum Katalog«
Marbach, 13. April 2007 —
Die Erschließung von Beständen gehört zu den Kernaufgaben von Archiven und Bibliotheken. Im Bewusstsein der Fachöffentlichkeit und in theoretischen Debatten führt sie jedoch ein Schattendasein. Archivbenutzer lassen sich in der Regel durch inhaltliche Fragestellungen leiten und führen sich nur selten vor Augen, dass ihre Forschungen auch von der Art der Aufarbeitung von Beständen geleitet werden.
Eine Tagung zur »Erschließung« im Deutschen Literaturarchiv am Donnerstag, 19. April, und Freitag, 20. April, trägt dieser Tatsache Rechnung. Sie fragt nach systematischen Ordnungen, Indices, Listen, Katalogisaten oder Datenbanksystemen, die helfen, Bestände zu erschließen und Wege zum Wissen zu bahnen. Die Tagung ist zugleich ein Beitrag zum Jahresthema 2007 des Deutschen Literaturarchivs: »Ordnung«. Die Expertengespräche sollen Anstöße geben, über verschiedene Erschließungskonzepte und Ordnungsmodelle für Nachlässe und Sammlungen nachzudenken. Die Tagung versucht eine Bestandsaufnahme der unterschiedlichen Methoden und eine Diskussion ihrer Vor- und Nachteile.
Den Auftakt macht am Donnerstag, 19. April, 13.30 Uhr, ein Referat über die Pauschalerschließung im Deutschen Literaturarchiv von Jan Bürger und Jutta Reusch, Handschriftenabteilung des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Um 14.30 Uhr spricht Jürgen Weber, Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar, über die »Provenienzerschließung in Bibliotheken«. Im Anschluss daran stellt Jutta Weber, Staatsbibliothek Berlin, Preußischer Kulturbesitz, das Erschließungskonzept der Staatsbibliothek vor (15.20 Uhr). Beide Vorträge geben einen Überblick über neue Erschließungskonzepte. Die Referate von Sabine Wolf, Akademie der Künste in Berlin (16.30 Uhr), und von Peter Honigmann, Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland (16.50 Uhr), widmen sich der Erschließungspraxis einzelner Archive.
Am Freitag, 20. April, 9 Uhr, eröffnet Gerald Maier vom Landesarchiv Baden-Württemberg die Diskussion über die die Erschließung digitalisierten Archivguts am Beispiel des Landesarchivs. Um 10.15 Uhr stellt Jürgen Treffeisen, Generallandesarchiv Karlsruhe, die Stufenerschließung nach ISAD(G) im Landesarchiv Baden-Württemberg vor. Eine Perspektive beider Vorträge ist die mögliche Kooperation zwischen klassischen Archiven und eher bibliothekarisch ausgerichteten Spezialarchiven im Bereich der Erschließungsmethodik.
Der letzte Tagungsabschnitt widmet sich den Erfahrungsberichten von Spezialarchiven. Rudolf Probst, Schweizer Literaturarchiv Bern, spricht über gefürchtete »Leichen im Keller« (10.45 Uhr). Jürgen Thaler, Franz-Michael-Archiv Bregenz, befasst sich mit dem Thema »Erschließungseinheiten und Informationsverlust« (11.15 Uhr). Nach der Abschlussdiskussion bietet das Deutsche Literaturarchiv Marbach um 15.30 Uhr eine große Hausführung durch das Archiv und das Literaturmuseum der Moderne an.
Den öffentlichen Abendvortrag am Donnerstag, 19. April, 20 Uhr, hält der Bibliothekshistoriker Uwe Jochum, Konstanz: »Die Ordnung der Bibliothek – vom Kosmos zum Katalog«. Er beschäftigt sich mit der Geschichte der Ordnung der Bibliothek von der Antike bis zum Digitalzeitalter. Es moderiert Reinhard Laube, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bibliothek; der Eintritt beträgt 5,-/3,- Euro.
Für die Tagung ist eine Anmeldung erforderlich unter E-Mail: wollgarten(at)dla-marbach.de. Fachinformationen erhalten Sie von Jutta Reusch, Mitarbeiterin der Handschriftenabteilung des Deutschen Literaturarchivs Marbach, E-Mail: reusch(at)dla-marbach.de, Telefon: +049-7144-848-406.
