Pressemitteilungen
2007
PM 032/2007
»Theuerste Schwester«: Das Deutsche Literaturarchiv Marbach zeigt im Schloss Elisabethenburg in Meiningen eine Ausstellung über Christophine Schiller
Marbach, 03. Mai 2007 —
Im Jahr 2007 jährt sich der Geburtstag der ältesten Schwester Friedrich Schillers, Christophine Reinwald, zum 250. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Schloss Elisabethenburg in Meiningen vom 6. Mai bis zum 12. August eine vom Deutschen Literaturarchiv Marbach kuratierte Ausstellung über Schillers älteste Schwester. »Theuerste Schwester! Christophine Reinwald, geb. Schiller« ist sodann vom 4. September 2007 bis zum 31. Januar 2009 in Schillers Geburtshaus in Marbach am Neckar zu sehen. Die Ausstellung wird vom Marbacher Magazin 118/2007 gleichen Namens begleitet, das jetzt bei der Deutschen Schillergesellschaft erschienen ist.
Vergessen wäre sie heute, vergessen ihr Leben als gehorsame, gottgefällige Tochter und Ehefrau, das ein typisches Frauenleben der Goethezeit zwischen Pflichterfüllung und Rollenzwang war. Doch Christophine Reinwald (1757–1847) war auch Schillers Schwester: Darauf war sie stolz, auch wenn ihre Beziehung zum berühmten Bruder nicht immer so eng war, wie sie es sich wünschte. Ein selbstbestimmtes Leben im bescheidenen Rahmen der Meininger Gesellschaft beginnt für Christophine Reinwald erst nach dem Tod des Vaters (1796), ihres Bruders und ihres Gatten, des herzoglichen Bibliothekars Wilhelm Reinwald (1815). Jahre nach ihrem Tod erscheinen ihre Erinnerungen »Schillers Jugendjahre« im Druck. Schlüsselszenen aus diesen Aufzeichnungen wirken bis heute in der Schiller-Biografik fort.
Das Magazin, verfasst von Edda Ziegler in Zusammenarbeit mit Michael Davidis, nähert sich Christophine Reinwald, indem es ihre verschiedenen Lebens-Rollen beleuchtet: Christophine ist Tochter und Schwester, Braut und Gattin, sie ist Witwe und Zeitzeugin. Immer wieder wird sie, die sich selbst als bildende Künstlerin mit Zeichnungen und Aquarellen versucht, auf Schiller festgelegt. Sie stirbt kurz vor ihrem 90. Geburtstag am 31. August 1847 – 42 Jahre nach ihrem berühmten Bruder.
Die Ausstellung im Schloss Elisabethenburg ist in zwei historischen Räumen der Mittleren Galerie zu sehen. Der erste Raum präsentiert in sechs Vitrinen Bildnisse, Handschriften, Gebrauchsgegenstände und Zeugnisse aus Christophine Reinwalds Leben; zu sehen ist auch ihr Porträt von der Hand der Ludovike Simanowiz. Im zweiten Raum werden 13 Blumenaquarelle von Christophine gezeigt.
Marbacher Magazin 118: »Theuerste Schwester«. Christophine Reinwald, geb. Schiller. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach am Neckar. 2007.68 Seiten, zahlreiche, farbige Abbildungen, 9,– Euro. ISBN 978-3-937384-27-6.
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Weitere Informationen zur Ausstellung in Meiningen finden Sie unter: http://www.meiningermuseen.de/sonderausstellung.html

