Pressemitteilungen
2007
PM 050/2007
Briefe an den Verlag: In Alfred Döblins 50. Todesjahr erhält das Deutsche Literaturarchiv Marbach ein Konvolut mit 26 unbekannten Schreiben des Autors
Marbach, 09. Juli 2007 —
Der Nachlass Alfred Döblins (1878-1957) befindet sich seit 1961 im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Nun ist dem Archiv ein Konvolut mit Akten des Verlags Karl Alber (Freiburg i. Br.) als Stiftung übergeben worden, das ein neues Licht auf Döblins späte Jahre wirft.
Döblin, der 1933 vor den Nationalsozialisten ins Exil gegangen war und nach dem Zweiten Weltkrieg als französischer Kulturoffizier nach Deutschland zurückkehrte, veröffentlichte zunächst im Verlag Karl Alber im Breisgau. Die Korrespondenz mit dem Verlag – erhalten sind 26 Briefe Döblins, die Gegenbriefe des Verlags, Protokolle von Gesprächen, Gutachten und Honorarabrechnungen – wirft ein neues Licht auf Döblins letztlich gescheiterten Versuch, sich im Nachkriegsdeutschland eine neue Schriftstellerexistenz aufzubauen.
Die bisher unbekannten Schreiben geben Auskunft über die Veröffentlichungsgeschichte des Religionsgesprächs »Der unsterbliche Mensch«, der Erzählung »Der Oberst und der Dichter« und der Romantrilogie »November 1918«. Dabei geht es um Zensur- und Ausstattungsfragen, Auflagenhöhen und Papierzuteilungen. In seinen Briefen äußert sich Döblin über Schriftstellerkollegen, bestellt Bücher und zeigt sich hier und da auch unzufrieden mit dem Verhalten seines Verlags. Die Briefe werden der Forschung in Kürze zur Verfügung stehen.
Das Deutsche Literaturarchiv Marbach erinnert im 50. Todesjahr von Döblin am Mittwoch, 11. Juli, 20 Uhr, mit einem Gespräch des Schriftstellers Günter Grass und des Literaturwissenschaftlers Jürgen Manthey an den bedeutenden Autor der literarischen Moderne. Ort ist der Kilian-Steiner-Saal des Archivs. Der Eintritt beträgt 5,-/3,- Euro.

