Pressemitteilungen

2007

PM 061/2007

Korrespondenz mit Ottomar Domnick: Die Stiftung Domnick hat dem Deutschen Literaturarchiv Marbach zwei Briefe von Samuel Beckett übergeben

Marbach, 07. August 2007 —

In dem vom Deutschen Literaturarchiv Marbach betreuten literarischen Nachlass des Psychiaters, Kunstsammlers und Avantgardefilmers Ottomar Domnick (1907-1989) galten zwei Briefe von Samuel Beckett aus den Jahren 1971 und 1973 lange als verschollen. Im 100. Geburtsjahr Ottomar Domnicks wurden sie nun von der Stiftung Domnick Nürtingen mit weiteren, wieder aufgefundenen Korrespondenz-Konvoluten zu Domnicks Filmschaffen der Marbacher Handschriftenabteilung übergeben.

Im Sinne des Beckettschen »Besser scheitern« hatte Ottomar Domnick zweimal vergeblich versucht, den Literaturnobelpreisträger für ein Filmvorhaben zu gewinnen. »Vielleicht später«, antwortete Samuel Beckett ihm auf Französisch 1971, um 1973 schließlich definitiv zu bedauern, dass er »momentan wirklich zu beschäftigt« sei, »an ein Projekt dieser Größenordnung zu denken«. Mit Becketts Absage sah sich Domnick selbst nun ‚bestens gescheitert‘: Er ließ für Jahre seine Filmarbeit ruhen, um sich dem Ausbau seiner Sammlung internationaler abstrakter Malerei zu widmen. 1967 entstand für diese Sammlung ein großzügiges, oberhalb von Nürtingen gelegenes Privatmuseum. Erst Jahre später, 1979, dreht Domnick seinen letzten autobiografischen Film: »Domnick über Domnick«. Dieser Film erschien vor kurzem zusammen mit »Jonas«, Domnicks spektakulärem Berlinale-Erfolg von 1957, auf DVD.

Im August zeigt die Stiftung Domnick im Anschluss an die Öffnungszeiten der Sammlung an allen Sonntagen die Langfilme von Ottomar Domnick. Weitere Informationen bietet das Internet unter www.domnick.de