Pressemitteilungen
2007
PM 070/2007
Wortkunst, radikal: Der Nachlass von Oskar Pastior, gesichtet von Jan Bürger und Klaus Ramm
Marbach, 05. September 2007 —
Seit 2005 veranstaltet das Deutsche Literaturarchiv mit wachsendem Erfolg die Reihe der »Zeitkapseln«. Es geht darum, wichtige, aufsehenerregende Neuerwerbungen und Entdeckungen des Archivs erstmals der Öffentlichkeit vorzustellen.
Am 12. September 2007 um 20 Uhr wird im Humboldtsaal nun die elfte "Zeitkapsel" geöffnet: der Nachlass von Oskar Pastior, der 1927 im rumänischen Hermannstadt geboren wurde und im vergangenen Jahr verstarb, wenige Wochen, bevor ihm in Darmstadt der Büchnerpreis verliehen werden sollte. Oskar Pastior gehörte zu den radikalsten Wortkünstlern der Gegenwart, radikal im ästhetischen Sinn: Er brach für die Physik der Worte einen Stab und lotete den Reichtum der Sprache ebenso geistreich wie systematisch aus. Ähnlich konsequent ging er mit seinen Manuskripten, Büchern und persönlichen Papieren um, die nach seinem Tod in das Deutsche Literaturarchiv kamen. Angefangen von seinen ersten dichterischen Versuchen in einem sowjetischen Arbeitslager hat Pastior hat alle Vorarbeiten zu seinen Büchern und seinen öffentlichen Auftritten aufbewahrt und größtenteils selbst auf minuziöse, wenn auch mitunter kuriose Weise verzeichnet.
Jan Bürger, stellvertretender Leiter der Marbacher Handschriftenabteilung, und Klaus Ramm, Verleger, Literaturwissenschaftler und langjähriger Freund des Dichters, stellen Pastiors soeben erschienenen letzten Gedichtzyklus "Speckturm" vor (herausgegeben von Klaus Ramm bei Urs Engeler Editor) und geben erstmals Einblick in Pastiors Entwürfe und Lebensdokumente. Der Eintritt in die Veranstaltung kostet 5,-/3,- Euro.
