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2007
PM 080/2007
Stirling Prize 2007: Marbach freut sich über die Auszeichnung des Literaturmuseums der Moderne mit dem höchsten britischen Architekturpreis
Marbach, 08. Oktober 2007 —
Das Deutsche Literaturarchiv Marbach freut sich über die mit 20.000 Pfund dotierte Auszeichnung, die der Architekt David Chipperfield am Samstag, 6. Oktober, in London vom Royal Institute of British Architects (RIBA) für das Literaturmuseum der Moderne in Marbach am Neckar erhalten hat. Das im Juni 2006 eröffnete Museum war neben fünf anderen Gebäuden, darunter der von Norman Foster entworfene Umbau des Dresdner Hauptbahnhofs, für den höchsten britischen Architekturpreis nominiert worden.
Die Auszeichnung bestätigt die Wahl, die die Deutsche Schillergesellschaft 2002 getroffen hat, als sie sich für den damals viertplatzierten Wettbewerbsentwurf des Briten entschieden und damit die Weichen für ein Museumskonzept gestellt hat, das für eine nationale Institution ungewöhnlich ist: Es setzt weniger auf die repräsentative Bedeutung der in einem Archiv vorhandenen Dinge als auf ihren leisen, durchaus auch sinnlich-ästhetischen Reiz, ihre die Fantasie und das
Denken anregende Kraft.
Die britische Jury begründet ihr Urteil mit einem Gang durch das Gebäude: »Eine Treppe führt hinab in die Sammlungsräume mit ihrem notwendig dunkleren, künstlichen Licht. Es ist dieser Augenblick, in dem der Bau seine große Tradition zeigt – ein Gefühl des Eintretens in eine andere Welt, verbunden mit einer reichen, aber überlegten und konzentrierten Palette an Materialien und erfüllt von einem überwältigenden Oberlicht. Der Gang endet in der ständigen Ausstellung, wo sich eine magisch flimmernde Landschaft mit Manuskripten in gläsernen Vitrinen erstreckt. Der Raum ist beherrscht von einer gewissen Theatralik. In den Spiegelungen und Brechungen des Lichts und den unterschiedlichen Schatten, die von den kleinen intensiven Lichtpunkten erzeugt werden, verbirgt sich die Seele der deutschen Fantasie.«
Als Belohnung und Ermutigung der eigenen Arbeit wie der ihrer Mitarbeiter empfinden Heike Gfrereis, die Museumsleiterin, Ulrich Raulff, der Direktor des Deutschen Literaturarchivs, und sein für dieses Bauprojekt verantwortlicher Stellvertreter Roland Kamzelak diese Beschreibung. Gemeinsam mit David Chipperfield Architects werden sie bis Ende 2009 das Schiller-Nationalmuseum innensanieren und mit einer neuen Dauerausstellung zur Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts wiedereröffnen.
Weitere Informationen zum Stirling Prize unter: http://www.architecture.com
Fotos: Valentin Wormbs, Stuttgart




