Pressemitteilungen
2007
PM 082/2007
Im Literaturmuseum der Moderne endet am 21. Oktober die große Sommerausstellung »Ordnung. Eine unendliche Geschichte«: Brigitte Kronauer liest um 11 Uhr aus ihrem neuesten Roman und spricht über das Wegwerfen
Marbach, 16. Oktober 2007 —
Ohne Ordnung kann es keine Literatur geben. Sie ist, so lautet die These der großen Marbacher Sommerausstellung »Ordnung. Eine unendliche Geschichte«, Vorbedingung und zentrale Eigenschaft der Literatur. Seit dem 21. Juni 2007 haben mehr als 11 000 Besucher die Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne gesehen. Am Sonntag, 21. Oktober, besteht zum letzten Mal die Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, dass auch Dichter zu ganz handfesten Mitteln greifen, wenn sie Ordnung schaffen: zu Kisten und Kästen, Scheren und Fäden, Rechenschiebern und mathematischen Formeln, Listen und Zettelwirtschaften. Ordnung gibt den Dingen einen Platz und immer auch ein schönes Gesicht.
Was jedoch, wenn die Vorordnungen für ein Werk oder die Arbeitsspuren an einem Text im Papierkorb verschwinden? Schlecht für das Archiv, aber gut für die Literatur? Die Schriftstellerin Brigitte Kronauer gehört wie Friedrich Schiller zu denen, die ihre Notizen und Manuskripte wegwerfen, sobald ein Buch erschienen ist. Am Sonntag, 21. Oktober, 11 Uhr, stellt sie im Berthold Leibinger-Auditorium des Literaturmuseums der Moderne ihren neuen Roman »Errötende Mörder« vor und erzählt im Gespräch mit Heike Gfrereis, Leiterin des Museums, wie sie ordnet, welche Bedeutungen Manuskripte für sie haben und welche das fertige Buch. Der Eintritt in die Veranstaltung ist frei. Auch das Literaturmuseum der Moderne ist von 10 bis 14 Uhr kostenlos zugänglich. Anschließend ist es zu den üblichen Eintrittspreisen bis 18 Uhr geöffnet.
Brigitte Kronauer, Jahrgang 1940, lebt und arbeitet seit 1974 in Hamburg. Für ihre Lyrik, Essays, Erzählungen, Romane und Rezensionen wurde sie unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis (2005), dem Literaturpreis der Stadt Bremen (2004), dem Grimmelshausen-Preis und dem Mörike-Preis (2003) ausgezeichnet.


