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2007

PM 101/2007

»Unsichtbare Ordnungen«: Eine Tagung zum Jahresthema »Ordnen« stellt in Marbach die Ordnung als Denk- und Darstellungsprinzip vor

Marbach, 07. Dezember 2007 —

Das Marbacher Jahresthema 2007 lautet »Ordnen«. Ein »Tag der Erschließung« für Bibliotheken und Archive thematisierte im April dieses Jahres die bibliothekarische und archivarische Tätigkeit des Ordnens. Die große Sommerausstellung 2007 »Ordnung. Eine unendliche Geschichte« rückte den Ordnungsvorgang als Voraussetzung des Schreibens in den Blick.

Zum Abschluss des Jahres 2007 reflektiert am kommenden Freitag, 14. Dezember, ab 14 Uhr, im Literaturmuseum der Moderne ein Symposium mit dem Titel »Unsichtbare Ordnungen« das Marbacher Jahresthema aus philosophischer und künstlerischer Perspektive. Im Vordergrund steht nicht die »Ordnung« als literarisches Sujet, sondern Ordnung als Denk- und Darstellungsprinzip.

In der ersten Sektion kommen Ordnungen zur Sprache, die sich als Unordnung tarnen. Verena Lobsien, Professorin für Neuere Englische Literatur an der Humboldt-Universität Berlin, zeigt am Beispiel von Thomas Brownes hermetischem Werk »The Garden of Cyrus« die Norm der »literarischen sprezzatura«. Im Anschluss daran setzt sich der Bildwissenschaftler Steffen Siegel, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, mit »sichtbarer Ordnung« auseinander.

Die zweite Sektion ab 16.30 Uhr stellt den Herstellungsvorgang von Ordnung in der Poesie (»dispositio«) in den Vordergrund. Zur Ordnung des Sprechens und Schreibens gehört aber nicht allein die argumentative Gliederung, sondern auch der Umgang mit Syntax und Lexik, mit Metrik und Reim. Über »Das unsichtbare Netz. Artistik der Enzyklopädie nach Diderot« spricht Andreas Kilcher, Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Tübingen. Nikolaus Wegmann, Privatdozent an der Universität Princeton, beleuchtet den »Overkill: Ordnung und Überordnung«. Wie viel Ordnung, hierarchische oder rhizomatische, verträgt ein Text? Wo beginnt der Overkill? Der poetische Prozess verdient dabei ebenso große Aufmerksamkeit wie der Vorgang des Redigats.

Die Tagung ist öffentlich, interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer sind willkommen. Weitere Informationen und Anmeldung unter Telefon 07144-848-433 oder per E-Mail: wollg(at)dla-marbach.de.