Pressemitteilungen

2007

PM 103/2007

Der Vorlass von Ror Wolf kommt nach Marbach: Die Manuskripte und Korrespondenzen bilden den ersten Teil eines geplanten Ror-Wolf-Archivs

Marbach, 20. Dezember 2007 —

Der Schriftsteller und Künstler Ror Wolf (geb. 1932) hat dem Deutschen Literaturarchiv Marbach die Manuskripte seiner wichtigsten Buchveröffentlichungen und einen Teil seiner Korrespondenz als Vorlass übergeben. In diesem ersten Konvolut befinden sich unter anderem Wolfs Briefwechsel mit H. G. Adler, Hans Magnus Enzensberger, Wilhelm Genazino, Robert Gernhardt, Ludwig Harig, Eckhard Henscheid, Brigitte Kronauer, Franz Mon, Hermann Peter Piwitt, Peter Weiss und Wolfgang Weyrauch. Das jetzt als Vorlass übergebene Material wird nach dem Willen des Autors später mit weiteren Nachlassteilen in Marbach zu einem Ror-Wolf-Archiv vereint.

Ror Wolf stammt aus Saalfeld und arbeitete zwei Jahre lang als Betonbauer in der DDR, bevor er in die Bundesrepublik übersiedelte. Er studierte Literatur, Soziologie und Philosophie in Frankfurt am Main. Seit 1958 veröffentlicht er Collagen, Lyrik, Hörspiele und Prosa. Heute zählt der in Mainz lebende Wolf zu den eigenwilligsten und herausragenden Autoren der deutschsprachigen Literatur nach 1945. Sein Werk wurde seit 1965 mehrfach ausgezeichnet – so 1992 mit dem Bremer Literaturpreis, 1996 mit dem Heimito-von-Doderer-Preis, 1997 mit dem Staatspreis des Landes Rheinland-Pfalz, 2003 mit dem Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und 2004 mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor. Die Sammlung seiner Fußballhörspiele erhielt 2006 den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik.

Foto: Mathias Michaelis, DLA  (Bitte zum Vergrößern anklicken)