Pressemitteilungen
2008
PM 009/2008
Ernst Jünger-Haus in Wilflingen: Das Deutsche Literaturarchiv Marbach sagt der Jünger-Stiftung und dem Eigentümer des Hauses seine Unterstützung zu
Marbach, 28. Januar 2008 —
Auf Einladung des Deutschen Literaturarchivs haben sich jetzt in Marbach der Eigentümer des Ernst-Jünger-Hauses in Wilflingen, Vertreter der Ernst-Jünger-Stiftung und des Freundeskreises der Brüder Ernst und Friedrich Georg Jünger e.V. sowie der Gemeinde Langenenslingen und des Landratsamtes Biberach getroffen, um gemeinsam über die notwendige Sanierung des Hauses und den Fortbestand der Gedenkstätte im ehemaligen Jüngerschen Wohnhaus zu diskutieren. Dabei einigten sich die Beteiligten auf einen Maßnahmenplan, der unter anderem die Einwerbung von Spenden für die Sanierung des Hauses und Zustiftungen für die Arbeit der Stiftung vorsieht. Der Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach, Professor Dr. Ulrich Raulff, bekräftigte den Willen Marbachs, die Beteiligten bei diesen Maßnahmen tatkräftig zu unterstützen.
Fast fünfzig Jahre lang hat Ernst Jünger in der Wilflinger Oberförsterei (Landkreis Biberach) gewohnt. Kurz nach seinem Tod am 17. Februar 1998 wurde das barocke Forsthaus in ein Museum umgewandelt. Jetzt muss die Gedenkstätte saniert werden, da Feuchtigkeit in die Wände des Hauses eindringt. Sein Eigentümer, Franz Schenk Freiherr von Stauffenberg, wird die gravierendsten Schäden mit eigenen Mitteln beheben. Die Ernst-Jünger Stiftung, die in den vergangenen zehn Jahren rund 300 000 Euro zum Betrieb der Gedenkstätte beigesteuert hat, bietet ihre Unterstützung im Rahmen der Stiftungserträge auch für die Zukunft an. Dennoch kann nur die Hilfe Dritter eine grundständige Sanierung des Hauses und den Erhalt der Gedenkstätte sichern. Zusätzliche Unterstützung wird gebraucht, um das Stiftungskapitel der Ernst-Jünger-Stiftung zu erhöhen: Nur mit erhöhtem Kapitalsockel könne die Stiftung dauerhaft garantieren, dass die laufenden Betriebskosten der Gedenkstätte auch in Zukunft gedeckt wären, hieß es in Marbach.
Das Deutsche Literaturarchiv Marbach bewahrt mit Ernst Jüngers Nachlass einen der bedeutendsten Bestände zur Literatur des 20. Jahrhunderts. Teile dieses Nachlasses – Handschriften, Bücher und Kunstgegenstände von Jünger – sind in der Dauerausstellung im ehemaligen Wohnhaus zu sehen. Betreut wird diese Ausstellung von der in Marbach ansässigen Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten (alim), die zu ihrer Einrichtung und ihrem Betrieb bislang rund 40 000 Euro aus Landesmitteln beigetragen hat.
Das Literaturmuseum der Moderne in Marbach wird Jünger im Jahr 2010 eine große Sonderausstellung widmen. Bereits am Mittwoch, 6. Februar 2008, 20 Uhr, sind drei Jünger-Kenner in Marbach zu Gast: Günter Figal, Professor für Philosophie an der Universität Freiburg, Helmuth Kiesel, Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Heidelberg, und Martin Meyer, Feuilletonchef der Neuen Zürcher Zeitung, sprechen aus Anlass von Ernst Jüngers zehntem Todestag über ihre Erfahrungen im Umgang mit dem umstrittenen Genie der neueren deutschen Literatur. Die Veranstaltung im Humboldt-Saal des Deutschen Literaturarchivs moderiert Dr. Jan Bürger, stellvertretender Leiter der Marbacher Handschriftenabteilung. Der Eintritt kostet 5,- /3,- Euro.
Unsere Fotos zeigen die Oberförsterei in Wilflingen, ein Foto aus dem Nachlass Jüngers, und den Dichter im Jahr 1985. (Foto: Mathias Michaelis/ DLA) Bitte zum Vergrößern auf das Bild klicken.


