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2008

PM 026/2008

Briefe von Nelly Sachs: Das Deutsche Literaturarchiv Marbach übernimmt das Archiv der Übersetzerin, Lektorin und Schriftstellerin Elisabeth Borchers

Marbach, 20. März 2008 —

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat das literarische Archiv der Schriftstellerin, Übersetzerin und Lektorin Elisabeth Borchers (1926) erworben. Das rund 50 Marbacher Kästen umfassende Archiv enthält – neben Gedichtmanuskripten, Manuskripten zu Aufsätzen und Reden  – vor allem die Korrespondenz der in Homberg am Niederrhein geborenen Schriftstellerin. Zu ihren Briefpartnern zählen unter anderen Johannes Bobrowski, Heinrich Böll, Hilde Domin, Wolfgang Hildesheimer, Ernst Jandl, Marieluise Kaschnitz, Karl Krolow, Helga M. Novak, Ruth Rehmann, Robert Wolfgang Schnell und Gabriele Wohmann. Aus der Sammlung der Schreiben an Elisabeth Borchers ragen die 58 Briefe der Schriftstellerin Nelly Sachs (1891-1970) heraus, die Borchers in den Jahren zwischen 1957 und 1967 erhielt. Die sehr persönlichen und freundschaftlichen Briefe zeigen das enge Verhältnis der beiden Frauen, ebenso wie die wichtige Rolle die Elisabeth Borchers bei der Durchsetzung von Nelly Sachs in Deutschland gespielt hat.

Borchers arbeitete von 1945 bis 1954 als Dolmetscherin bei der französischen Besatzungsmacht und war von 1958 bis 1960 bei Inge Aicher-Scholl an der Volkshochschule in Ulm tätig. Von 1960 bis 1971 wirkte sie als Lektorin im Luchterhand-Verlag mit, von 1971 bis 1998 hatte sie diese Funktion beim Suhrkamp- und Insel-Verlag inne. Bekannt wurde sie vor allem als Lyrikerin und Erzählerin, Funk- und Kinderbuchautorin sowie als Herausgeberin zahlreicher Anthologien und Übersetzerin aus dem Französischen und Russischen. Ihr literarisches Archiv wird nun in Marbach sachgerecht erschlossen und für wissenschaftliche oder literarisch interessierte Benutzer zugänglich gemacht.

Foto: Elisabeth Borchers, gesehen von Erika Loos (DLA Marbach).