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2008

PM 028/2008

»1500 Reichsmark für ein Porträt«: Im Deutschen Literaturarchiv Marbach wird am 26. März die dreizehnte Zeitkapsel über Rudolf G. Binding und Max Beckmann geöffnet

Marbach, 22. März 2008 —

»Time capsules«, »Zeitkapseln«, nannte der Künstler Andy Warhol seine Pappschachteln, in denen er Dinge für die Nachwelt sammelte und verschloss. Am Mittwoch, 26. März, 20 Uhr, wird im Deutschen Literaturarchiv Marbach die dreizehnte »Zeitkapsel« geöffnet: Frank Druffner und Helmuth Mojem, Mitarbeiter des Archivs, stellen den Nachlass des Schriftstellers Rudolf G. Binding (1867-1938) vor. Gezeigt wird auch ein Porträt des Autors von der Hand des Malers Max Beckmann (1884-1950). Der Eintritt in die Veranstaltung kostet 5,-/3,- Euro.

Seit 2007 befindet sich Bindings Nachlass im Besitz des Deutschen Literaturarchivs. Mit Werken wie »Der Opfergang« (1911), »Keuschheitslegende« (1919), »Reitvorschrift für eine Geliebte« (1926) oder »Moselfahrt aus Liebeskummer« (1932) wurde er in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu einem der bekanntesten deutschen Autoren. Neben Manuskripten, Korrespondenzen und Büchern beherbergt das Deutsche Literaturarchiv auch Gemälde, Skulpturen und graphische Arbeiten aus Bindings Hinterlassenschaft. Max Beckmanns Porträt des Autors entstand 1935 als Auftragsarbeit. Denn obwohl Binding als »völkischer« Schriftsteller galt und Beckmann seit 1933 als »entarteter Künstler« diffamiert wurde, standen die beiden Künstler in gutem Kontakt. Dies zeigt nicht zuletzt der Briefwechsel zwischen Binding und seinem begeisterten Leser Beckmann.

Anhand des Nachlasses gibt Helmuth Mojem eine Einführung in Bindings Leben und Werk. Frank Druffner beleuchtet die Beziehung zwischen Autor und Maler und erläutert den Stil des prägnanten Porträtisten und subtilen Charakterdarstellers Beckmann.


Zu unseren Abbildungen:

Max Beckmann: Rudolf G. Binding. Copyright: VG Bild-Kunst, Bonn 2007. Ein Foto des Beckmann-Porträts von Rudolf Binding stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung. Für die Klärung der Rechte vor einer Abbildung verweisen wir auf die VG Bild-Kunst, Telefon: 0228-915340, Mail: info(at)bildkunst.de.

Rudolf Binding. Porträt aus seinem Nachlass. Foto: DLA Marbach